Mit Video : Oeversee: Historischer Krug brennt völlig aus

Vergebliche Mühen: Das reetgedeckte Gebäude brannte trotz massiven Feuerwehreinsatzes nieder.
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Vergebliche Mühen: Das reetgedeckte Gebäude brannte trotz massiven Feuerwehreinsatzes nieder.

Am ältesten Gasthaus Schleswig-Holsteins entstand ein Millionenschaden. Die Feuerwehren waren stundenlang im Einsatz.

shz.de von
30. Juli 2018, 20:29 Uhr

Oeversee | Der Historische Krug in Oeversee, Schleswig-Holsteins ältestes Gasthaus, ist am Montag bis auf die Grundmauern niedergebrannt. „Als es gegen Mittag zu tröpfeln begann, wollte ich einige Sachen von draußen reinholen und habe gesehen, dass es aus dem Dach qualmt. Und dann ging alles ganz schnell“, berichtete eine Mitarbeiterin. Innerhalb weniger Minuten stand das reetgedeckte Haupthaus, das im Jahre 1519 erstmals schriftlich erwähnt wurde, in Flammen. Die letzten Gäste hatten das Haus erst kurz zuvor verlassen.

„Eigentlich saß ich gerade an den letzten Vorbereitungen für unser 500-jähriges Jubiläum im kommenden Jahr“, sagte der sichtlich geschockte Olaf Hansen-Mörck, der Betriebsleiter des bekannten Restaurants mit angeschlossenem Hotel – zehn Kilometer südlich von Flensburg gelegen. Gegen 12.40 Uhr hatten Mitarbeiter nach seinen Worten im Bereich eines ungenutzten Konferenzraumes ein Feuer entdeckt und den Notruf gewählt. Als die Feuerwehr wenig später eintraf drang bereits dichter Rauch aus dem Dach – und wenig später schlugen schon die Flammen in den Himmel. „In dem trockenen Reet griff das Feuer schnell um sich und hat mittlerweile nahezu den gesamten Gebäudekomplex erfasst“, erklärte Kreisbrandmeister Mark Rücker rund zwei Stunden nach Ausbruch des Brandes.

Für Olaf Hansen-Mörck ist der Brand eine Katastrophe: „Wir wissen noch gar nicht, wie es weitergehen soll – zumal die Brandstelle auch beschlagnahmt ist und wir das Gebäude überhaupt nicht mehr betreten können.“ Insgesamt waren mehr als zehn Freiwillige Feuerwehren mit mehr als 100 Einsatzkräften sowie die Drehleiter der Flensburger Berufsfeuerwehr im Einsatz. Die Löscharbeiten zogen sich noch bis in die Abendstunden hin, die vielbefahrene B 76 blieb gesperrt.

Bereits im Jahre 1980 hatte der Historische Krug schon einmal gebrannt und wurde danach komplett neu errichtet.
Marcus Dewanger

Bereits im Jahre 1980 hatte der Historische Krug schon einmal gebrannt und wurde danach komplett neu errichtet.

 

 Die Kriminalpolizei nahm noch während der Löscharbeiten die Ermittlungen auf und befragte auch die Mitarbeiter des Betriebes, um die Brandursache zu klären. Erste Erkenntnisse aber wird es frühestens heute geben. „Die Kollegen können das Gebäude wegen der Hitzeentwicklung und der enormen Wassermengen vorerst nicht betreten“, sagte Polizei-Pressesprecher Christian Kartheus am Montag. Über die Höhe des Schadens gab es am Montag ebenfalls noch keine Aussagen. Bereits im Jahre 1980 hatte der Historische Krug schon einmal gebrannt und wurde danach komplett neu errichtet.

Geschäftsführerin und Inhaberin Lenka Hansen-Mörck, die auch das Hotel „Altes Gymnasium“ in Husum leitet, verfolgte die Löscharbeiten hilflos und erschüttert, ebenso wie die Angestellten, die mit ansehen musste, wie ihre Arbeitsplätze vernichtet wurden.

Die Flammen schlugen meterhoch aus dem Dachstuhl.
Marcus Dewanger

Die Flammen schlugen meterhoch aus dem Dachstuhl.

 

Etwas entspannter betrachtete Poul Albrechtsen das Feuer-Drama. Er war mit seiner Frau und seinen Eltern aus Dänemark angereist, um im Historischen Krug einige „hyggelige“ Tage zu verbringen. Die Zimmer hatte er im Voraus bezahlt. „Aber das wird hier wohl nichts“, sagte er mit Blick auf die mächtige Rauchsäule.

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