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Schleswig-Holstein

14. Dezember 2017 | 18:16 Uhr

Nur Lob: Keine Millionen zum Jubiläum

vom

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erstellt am 14.Aug.2013 | 03:09 Uhr

Kopenhagen/Apenrade | 30 Jahre Sekretariat der deutschen Volksgruppe in Kopenhagen, 50. Sitzung des Kontaktausschusses des dänischen Folketing - zwei wesentliche Werkzeuge der deutschen Minderheit in Dänemark, um ihre Interessen bei der dänischen Regierung und im Parlament zu vertreten. Zum Jubiläum gab es lobende Worte. Auf zusätzliche finanzielle Unterstützung ihrer Schulen hoffte die Minderheit allerdings vergebens.

Hochrangige dänische Politiker sprachen beim Empfang der deutschen Minderheit in Kopenhagen zum Jubiläum des Sekretariats und des Kontaktausschusses: Zum einen der Vorsitzende des Folketings, Mogens Lykketoft, und zum anderen die Vorsitzende des Kontaktausschusses, Unterrichtsministerin Christine Antorini.

Mogens Lykketoft sprach von einer "aufmunternden" Periode in der dänischen Geschichte, zu der auch die deutsche Minderheit einen wesentlichen Beitrag geleistet habe. "Gegensätze der Gegenwart sind überwunden und alte Wunden geheilt. Die Grenzen, die uns einst trennten, sind fast ausgewischt und daran haben die Minderheiten nördlich und südlich der Grenze einen großen Anteil", so Lykketoft.

Wenn im nächsten Jahr aus Anlass des 150. Jahrestages des Krieges 1864 Minderheiten aus ganz Europa nach Nordschleswig kommen, können sie "von der friedlichen Entwicklung im deutsch-dänischen Grenzland lernen," sagte Mogens Lykketoft, der auch ein großes Lob an den ersten Sekretariatsleiter, Siegfried Matlok, richtete: "Du warst ein ausgezeichneter Verbindungsoffizier zwischen Minderheit und Folketing".

Christine Antorini erklärte in ihrem Grußwort, dass sie sehr gerne Vorsitzende des Kontaktausschusses sei, und sie hob die Rolle der Minderheit als Sprachenkatalysator hervor.

Es sei für einen Jugendlichen wichtig, ein gutes "Sprachenpaket" mit aus der Schulzeit zu nehmen, und daher habe das Folketing bei der Bildungsreform neulich auch den Sprachenunterricht - unter anderem den Deutschunterricht - gestärkt, so Antorini. Die Zusammenarbeit zwischen Dänemark und Deutschland sei wichtig, und die Minderheiten sind dabei ein "positives und inspirierendes Experimentarium".

Das gewünschte Jubiläumsgeschenk blieb vorerst aus: Es gab keine Millionen für die Schulen der deutschen Minderheit in Nordschleswig. "Wir hatten es zwar erhofft, aber sind nicht mit den Erwartungen nach Kopenhagen gekommen, dass wir die Gelder bekommen würden", sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Hinrich Jürgensen, nach der Kontaktausschusssitzung.

Christine Antorini: "Die deutsche Minderheit liegt uns am Herzen, aber die deutsche Seite kann nicht

erwarten, dass Dänemark stets die Rechnung begleicht", sagt die Ministerin und verweist dabei darauf, dass die Finanzierung der Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland in den letzten Jahren immer mehr den dänischen Etat belastet.

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