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Schleswig-Holstein

20. August 2017 | 04:25 Uhr

Synode tagt : Nordkirche - Und weiter?

vom

Nordelbien, die Mecklenburgische und die Pommersche Kirche wollen 2012 zusammengehen. Doch wie soll die neue Kirche heißen? Derzeit trifft sich die Verfassungsgebende Synode in Travemünde.

Der offizielle Name der künftigen Nordkirche war das umstrittenste Thema der 1. Verfassunggebenden Synode. Der Vorschlag "Evangelische Kirche im Norden" müsse ergänzt werden um "Evangelisch-Lutherische", wurde Sonnabend von mehreren Kirchenparlamentariern in Travemünde gefordert. Auch die Formulierung "im Norden" stieß auf Kritik. Wann die Entscheidung über den Namen fällt, ist noch offen. Einigkeit herrschte aber darüber, dass sich umgangssprachlich der Name "Nordkirche" durchsetzen wird.
Es sei interessant, so Frank Hunger (Stralsund), dass der Name der Kirche "das emotionalste Thema" der Debatte sei. Dabei spiele der Zusatz "lutherisch" im täglichen Leben überhaupt keine Rolle.
Beginn mit erheblicher Verspätung
Mit erheblicher Verspätung hatte die Verfassunggebende Synode (Kirchenparlament) die Debatte über die geplante Verfassung eröffnet. Der für Freitag geplante Diskussionsbeginn musste verschoben werden, weil sich die Synodalen bis in die Nacht mit Wahlen, Regularien und Grußworten befasst hatten.
Ziel der Fusion zur Nordkirche sei es, die Leitungsebene zu bündeln, um die Kräfte für die kirchliche Arbeit vor Ort zu stärken, sagte der nordelbische Bischof Gerhard Ulrich in seinem Einführungsbericht. Mit dem Zusammenschluss von einer westlichen und zwei östlichen Kirchen wolle die Nordkirche auch einen Beitrag zur Stärkung der inneren Einheit in Deutschland leisten. Es wäre aber ein großer Trugschluss zu glauben, mit ihrer Gründung Pfingsten 2012 beginne eine "Phase anhaltender Harmonie". So werde die Nordkirche etwa bei der Besoldung und im Arbeitsrecht in den ersten Jahren mit Unterschieden leben müssen.
Sonntag will die Synode die Verfassung zur Beratung in den Gemeinden, Kirchenkreisen und Initiativen weiterleiten. Der Verfassungstext soll dann mit Änderungswünschen ergänzt werden und bis zum Sommer diskutiert werden. Pfingsten 2012 wollen sich die Nordelbische, Mecklenburgische und Pommersche Kirche zur Nordkirche mit 2,4 Millionen Mitgliedern zusammenschließen. Es wäre die fünftgrößte evangelische Landeskirche in Deutschland.

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erstellt am 01.Nov.2010 | 07:29 Uhr

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