Kiel-Holtenau : Nord-Ostsee-Kanal: Schleuse wieder offen

Nach der Havarie am 20. Februar war nur noch eine Schleuse intakt.
Nach der Havarie am 20. Februar war nur noch eine Schleuse intakt.

Nach wochenlanger Sperrung kann der Schiffsverkehr die südliche Schleusenkammer wieder passieren.

shz.de von
06. April 2018, 15:59 Uhr

Kiel | Der Schiffsverkehr im Nord-Ostsee-Kanal kann seit Freitag mittag wieder die sieben Wochen lang gesperrte südliche Schleusenkammer in Kiel-Holtenau nutzen. Die Reparaturarbeiten nach einer schweren Havarie sind abgeschlossen, ein Ersatztor wurde am Freitag eingesetzt, wie der Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau (WSV), Matthias Visser, mitteilte. Seit der Havarie stand in Kiel-Holtenau nur eine Schleusenkammer zur Verfügung. Die Verzögerungen für Schiffe im oder vor dem Nord-Ostee-Kanal betrugen oft mehrere Stunden.

Die Skizze zeigt, wie das Tor von Schleppern in die Schleuse gezogen wird. Über 16 im Tor eingebaute Ballasttanks ist es möglich, das Tor aufzuschwimmen. Die Ballasttanks werden mit Pressluft gefüllt, das Wasser wird damit aus den Tanks herausgedrückt und das Tor schwimmt.
Nicole Krohn

Die Skizze zeigt, wie das Tor von Schleppern in die Schleuse gezogen wird. Über 16 im Tor eingebaute Ballasttanks ist es möglich, das Tor aufzuschwimmen. Die Ballasttanks werden mit Pressluft gefüllt, das Wasser wird damit aus den Tanks herausgedrückt und das Tor schwimmt.

So soll das Tor Schritt für Schritt von einem Schlepper in die richtige Position zum Einbau manövriert werden.
Nicole Krohn

So soll das Tor Schritt für Schritt von einem Schlepper in die richtige Position zum Einbau manövriert werden.

Das fast 150 Meter lange Containerschiff „Akacia“ hatte in der Nacht zum 20. Februar das Tor der Südkammer gerammt. Der unter portugiesischer Flagge fahrende Frachter fuhr dabei so schnell, dass der Bug das Tor teilweise durchbrach. Vermutlich war seine Maschinenanlage defekt. Er fuhr mit zunehmender statt gedrosselter Geschwindigkeit. Nach Angaben des Wasser- und Schifffahrtsamts liegt der Schaden im zweistelligen Millionenbereich.

In der Woche vor Ostern war das kaputte und für die Bergung in zwei Teile zerschnittene Schleusentor entfernt und in den Kieler Hafen gebracht worden – mithilfe eines aus Rotterdam gekommenen Schwimmkrans.

Taucher untersuchten, ob die Torlaufbahn der Schleusenanlage bei der Havarie beschädigt wurde. „Die Torlaufbahn hat keinen Schaden genommen“, so Visser.

Seit der Havarie stand in Kiel-Holtenau nur eine Schleusenkammer zur Verfügung. Die Verzögerungen für Schiffe betrugen oft mehrere Stunden.

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