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Stallpflicht wegen Geflügelpest : Nord-Handel unterstützt Geflügelhalter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Eier aus Freilandhaltung dürfen nicht verkauft werden. Die Halter können sich mit speziellen Kennzeichnungen behelfen.

shz.de von
erstellt am 11.Feb.2017 | 14:38 Uhr

Kiel | Zumindest der Handel steht vorerst zu den Hennenhaltern aus Schleswig-Holstein. Die Sky-Märkte werden ihren bisherigen Lieferanten die Treue halten, erklärte Sky-Sprecherin Sabine Pfautsch am Freitag in Kiel. Auch der Discounter Netto zeigt sich angesichts der aktuellen Stallpflicht solidarisch mit den Erzeugern von Freilandeiern und bietet ihnen eine Vermarktungsmöglichkeit.

Wegen der generell verhängten Stallpflicht für Geflügel können Eier aus Freilandhaltung nicht mehr vermarktet werden. Den Haltern drohen dadurch hohe Umsatzeinbußen.

In der kommenden Woche führt Netto schrittweise einen neuen Artikel ein, der auf der Verpackung einen Hinweis auf den vorübergehenden Schutz der Legehennen enthält. Das erlaubt es den Lieferanten von Eiern aus Freiland- sowie aus Bodenhaltung mit Wintergartenauslauf, sich von Betrieben mit reiner Bodenhaltung abzugrenzen und bietet Verbrauchern die notwendige Transparenz beim Einkauf.

Edeka Nord stellt den Verkauf von Eiern aus konventioneller Freilandhaltung bis auf weiteres ein, teilte das Unternehmen mit. Die Märkte wollten aber ihre Ware „weiterhin bei den selben Lieferanten beziehen“. Auch Edeka führt daher eine spezielle Kennzeichnung ein. „Für den Verbraucher sind durch die Stallpflicht die Unterschiede in der Haltung nicht mehr erkennbar, und den Erzeugern drohen erhebliche Umsatz- und Ertragseinbußen“, betont Edeka Nord. Mit einer angepassten Kennzeichnung bietet man „als Partner der Landwirtschaft den Lieferanten nun eine sichere Möglichkeit zur Vermarktung ihrer Produkte“.

Die Kennzeichnungspflicht von Eiern in Zeiten der Vogelgrippe sorgt weiterhin für Verwirrung. Während im Norden wegen der generell verhängten Stallpflicht für Geflügel keine Freilandeier mehr vermarktet werden können, betreibt Baden-Württemberg Etikettenschwindel. Die EU-Frist von zwölf Wochen, in denen Hennen im Stall gehalten werden können, ohne dass deren Eier das Markenzeichen „aus Freilandhaltung“ verlieren, wurde dort mit einem Trick umgangen. Die Stallpflicht wurde für einen Tag ausgesetzt – und dann weder eingeführt, sodass die zwölfwöchige Frist neu läuft. Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) lehnt das ab und bezeichnete den Alleingang Baden-Württembergs als „nicht fair, denn deren Hühner stehen genauso lange im Stall wie unsere“.

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