Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde : Nindorf gewinnt Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Das Dörpshuus in Nindorf.

Das Dörpshuus in Nindorf.

Treia und Brokstedt landen auf den vorderen Plätzen. Ein Sonderpreis geht an die Gemeinde Klixbüll in Nordfriesland.

shz.de von
06. Juli 2018, 13:50 Uhr

Die Gemeinde Nindorf aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde hat den Landes-Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2018 gewonnen. Das teilte das Innenministerium am Freitag mit. Eine Jury entschied sich nach einer Rundreise durch die Top 11 der Gemeinden für das Dorf mit 591 Einwohnern.

Vor mehr als 60 Jahren wurde der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ unter dem Titel „Unser Dorf soll schöner werden“ in Schleswig-Holstein ins Leben gerufen und ist jetzt längst bundesweit etabliert. Teilnehmen am Wettbewerb, der alle drei Jahre stattfindet, konnten Gemeinden mit maximal 3000 Einwohnern. Die Gewinner-Gemeinde bekommt eine Landes-Projektförderung in Höhe von 10.000 Euro, die sie mit 2500 Euro kofinanzieren muss. Außerdem qualifiziert sie sich automatisch für den Bundes-Wettbewerb, der 2019 ausgetragen wird.

Den zweiten Platz belegt die Gemeinde Treia im Kreis Schleswig-Flensburg (1533 Einwohner), den dritten Rang sichert sich die Gemeinde Brokstedt im Kreis Steinburg (2046 Einwohner). Das Sieger-Dorf im Naturpark Aukrug und die platzierten Gemeinden werden am 7. September in der Gemeinde Nindorf von Ministerpräsident Daniel Günther ausgezeichnet.

„Uns haben insbesondere die generationsübergreifende, gelebte Dorfgemeinschaft in Verbindung mit innovativer Infrastruktur beeindruckt. Dies ermöglicht Gewerbe, Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben, in dieser kleinen Gemeinde ihre Zukunft zu gestalten und Arbeitsplätze zu bieten – und das unter Bewahrung der dörflichen Baukultur und der natürlichen Ressourcen“, sagte Jury-Vorsitzende Helga Klindt von der Akademie für die Ländlichen Räume Schleswig-Holsteins.

Hintergrund: Wer saß in der Jury?
  • Akademie für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins e. V.
  • Handwerkskammer Schleswig-Holstein
  • IHK Schleswig-Holstein
  • Landesnaturschutzverband Schleswig-Holstein e. V.
  • LandFrauenVerband Schleswig-Holstein e. V.
  • Landjugendverband Schleswig-Holstein e. V.
  • Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holsteins e. V.
  • Schleswig-Holsteinischer Gemeindetag e. V.
  • Schleswig-Holsteinischer Heimatbund e. V.
  • Vereinigung für Stadt-, Regional- und Landesplanung SRL e. V.
  • Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein
 

Den erstmals ausgeschriebenen Sonderpreis der IHK Schleswig-Holstein und der Handwerkskammer Schleswig-Holstein in Höhe von 5000 Euro erhält die Gemeinde Klixbüll (Kreis Nordfriesland) an der dänischen Grenze. Ulrich Spitzer, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Flensburg, und Stefan Seestädt, Handwerkskammer Schleswig-Holstein, begründen die Entscheidung der beiden Institutionen so: „Die heute 981 Einwohner zählende Gemeinde hat aus einer komplexen Lage heraus bereits seit 1978 zielgerichtet in die Zukunft geschaut und wirtschaftliche Chancen in den Fokus genommen – und dies auf lokaler, regionaler und globaler Ebene. Umsetzungserfolge sind bereits heute zu verzeichnen, wobei Vorgehen und Umsetzen sich an den von der UN-Generalversammlung verabschiedeten 17 Zielen zur nachhaltigen Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) orientieren.“

Für die Endrunde des diesjährigen Landes-Wettbewerbs, der vom Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein veranstaltet wurde, hatten sich außer den Gewinnern qualifiziert:

  • Bäk (Kreis Herzogtum Lauenburg, 901 Einwohner)
  • Bargfeld-Stegen (Kreis Stormarn, 2937 Einwohner)
  • Borgstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde, 1570 Einwohner)
  • Kirchbarkau (Kreis Plön, 813 Einwohner)
  • Klixbüll (Kreis Nordfriesland, 978 Einwohner)
  • Schmalfeld (Kreis Segeberg, 1950 Einwohner)
  • Sehestedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde, 842 Einwohner)
  • Westerhorn (Kreis Pinneberg, 1336 Einwohner).

Innenminister Hans-Joachim Grote beglückwünscht die erfolgreichen Dörfer. Alle Gemeinden in der Endrunde hätten betont, dass der Wettbewerb Anlass gewesen sei, Bilanz zu ziehen. Sie seien sich dabei ihrer Stärken bewusst geworden und hätten neue Potenziale entdeckt. „Die teilnehmenden Dörfer haben es unserer Jury nicht leicht gemacht. Mit der Sieger-Gemeinde Nindorf schicken wir einen starken Teilnehmer in den 2019 stattfindenden Bundes-Wettbewerb.“

Das Hauptaugenmerk des Landes-Wettbewerbs 2018 lag auf folgenden Themenfeldern:

  • Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen
  • Soziale und kulturelle Aktivitäten
  • Ästhetische und nachhaltige Entwicklung des Ortsbildes
  • Innovative Ansätze für Daseinsvorsorge und Infrastruktur
  • Interkommunale Kooperationen

Aus Sicht Grotes haben die teilnehmenden Gemeinden allein schon durch ihre Bewerbung beim Wettbewerb bewiesen, dass sie zukunftsorientiert denken und handeln. „Unsere Dörfer stehen vor großen Herausforderungen. Die Digitalisierung wird auch das Leben in den ländlichen Räumen stark verändern. Deshalb ist es auch auf der lokalen Ebene so wichtig, Themen anzugehen und zu überlegen, wie die kommenden Jahre und Jahrzehnte gestaltet werden können. Dazu hat unser Landes-Wettbewerb motiviert: neue Ideen anstoßen in der Dorf-Gemeinschaft.“ Viele Gemeinden bestätigten beim Besuch der Jury genau diesen Effekt.

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