zur Navigation springen
Schleswig-Holstein

23. Oktober 2017 | 08:41 Uhr

"Niedrige Beweggründe"

vom

Nach dem Mord an der Joggerin erhebt Staatsanwaltschaft Anklage gegen 45-Jährigen

shz.de von
erstellt am 08.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Lübeck/Schwerin | Nach dem gewaltsamen Tod der Joggerin Anna-Lena U. in einem Waldstück kurz hinter der Lübecker Stadtgrenze war die Polizei bei der Tätersuche schnell fündig geworden. Nur drei Tage nach dem 7. Juli nahm sie einen 45-Jährigen fest. Genau einen Monat nach dem Mord hat die Schweriner Staatsanwaltschaft jetzt Anklage gegen den Mann erhoben. Dem 45-Jährigen werden Mord, versuchte sexuelle Nötigung und Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen.

Wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte, geht sie davon aus, dass der wegen versuchter Vergewaltigung vorbestrafte Mann die junge Frau erstochen hat, als diese sich gegen einen sexuellen Übergriff wehrte. Der Mann wohnte in der Nähe der Eltern, bei denen Anna-Lena U. zu Besuch war. Er war aufgrund von DNA-Spuren festgenommen worden. Die Ermittlungen hatte die Schweriner Kripo übernommen da die Fundstelle Mecklenburger Gebiet war. Die Anklage wurde am Landgericht Schwerin eingereicht, das nun über die Eröffnung des Prozesses entscheidet.

Die 29-Jährige gebürtige Lübeckerin, die mit ihrem Mann und ihrem zweijährigem Kind ihre Eltern besucht hatte, war am Morgen des 7. Juli in einem Wald bei Herrnburg gejoggt, als sie angegriffen wurde. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft stach der Mann nach dem misslungenen Übergriff aus Angst vor Entdeckung mit einem sogenannten Butterfly-Messer der Frau in den Hals. Sie war danach verblutet.

Passanten fanden die Tote am alten Kolonnenweg an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die Staatsanwaltschaft sieht nach eigenen Angaben niedrige Beweggründe für die Tat. Das Gesetz sieht für solche Taten lebenslange Haft vor.

Der Angeklagte hat sich zu den schweren Vorwürfen bisher nicht geäußert. Das könne aber nicht als Schuldeingeständnis gewertet werden, betonte die Anklagebehörde. Für das Tatgeschehen gebe es keine Zeugen. Dennoch zeigte sich die Staatsanwaltschaft überzeugt, den Mann anhand "objektiver Beweismittel" überführen zu können. Auf dem in Tatortnähe gefundenen Messer seien DNA-Spuren des 45-Jährigen und des Opfers festgestellt worden. Zudem würde Schuhabdrücke für die Täterschaft des Lübeckers sprechen.

Die Wahl des Tatorts und die Tatzeit würden dafür sprechen, dass er sein Opfer aus sexuellen Beweggründen ausgesucht habe, und nicht, um sie auszurauben. Die junge Frau sei an dem Sonntagvormittag auf dem beliebten Joggingweg unterwegs gewesen und habe "ersichtlich keine Wertgegenstände bei sich" getragen, erklärte die Staatsanwaltschaft.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen