Silvester 2014 : Neujahrsnacht: Viele Einsätze in Hamburg und SH

Brände, Prügeleien und Verletzungen: In Hamburg und Schleswig-Holstein hatten Feuerwehr und Polizei zum Jahreswechsel reichlich zu tun. Nicht immer gingen die Fälle glimpflich aus.

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01. Januar 2015, 11:00 Uhr

Hamburg/Kiel | Das neue Jahr hat für Feuerwehr und Polizei in Hamburg und Schleswig-Holstein mit viel Arbeit begonnen. In Alveslohe (Kreis Segeberg) kam ein 18 Jahre alter Mann aus Quickborn durch die Explosion eines Feuerwerkskörpers ums Leben. Der Vorfall ereignete sich um kurz nach Mitternacht am Neujahrsmorgen, wie ein Sprecher der Polizei Elmshorn mitteilte. Ersten Erkenntnissen zufolge war die Todesursache eine schwere Kopfverletzung. Die Ermittlungen dauerten zunächst an.

Durchschnittlich 85 mal in der Stunde rückte die Feuerwehr zwischen 18 und 6 Uhr in der Silvesternacht in Hamburg aus, wie ein Sprecher mitteilte. Insgesamt wurde sie zu 1018 Einsätzen gerufen, darunter waren allein 219 Brände. Im vergangenen Jahr waren es 1099 Einsätze. Die Feuerwehr der Hansestadt musste meist wegen brennender Balkone, Briefkästen oder Unfällen mit Böllern ausrücken. In Elmshorn rückte die Feuerwehr 49 mal aus.

In Hamburg wurden sechs Männer vorläufig festgenommen, die mit Schusswaffen das neue Jahr begrüßt hatten. In der vergangenen Nacht überwältigten Fahnder und Bereitschaftspolizisten in einer Wohnung in einem Haus in Bahrenfeld schließlich sechs Männer im Alter von 24 bis 49 Jahren. Die Polizei beschlagnahmte eine Pistole und mehr als 80 Schuss Munition. „Es war großes Glück, dass nicht mehr passierte“, sagte eine Polizeisprecherin am Neujahrstag.

Mit einer Schreckschusswaffe bedrohte ein 24-Jähriger am Jungfernstieg Passanten. Als ein Polizist den Mann stoppen wollte und ihn durchs Seitenfenster seines Autos an der Schulter packte, gab der Mann Gas und schleifte den Beamten einige Meter weit mit. Anschließend fuhr er ihm über den Fuß. Der Autofahrer wurde vorläufig festgenommen, seine Waffe und Munition beschlagnahmt.

Einen größeren Einsatz hatten die Rettungskräfte um kurz nach Mitternacht im Stadtteil Wilhelmsburg. Ein Dachstuhl eines vierstöckigen Altbaus war in Brand geraten - das Gebäude musste evakuiert werden. Verletzt wurde niemand. 66 Feuerwehrmänner waren vor Ort. Zum entstandenen Schaden und der Ursache konnte die Polizei in Hamburg zunächst keine Aussage machen. Das Haus ist vorerst unbewohnbar.

In Schleswig-Holstein verlief die Nacht nach den Worten eines Polizeisprechers etwas ruhiger. „Alles im grünen Bereich“, sagte er. Die Polizei-Leitstelle in Harrislee verzeichnete von 32 Einsätze der Feuerwehr und 242 Einsätze des Rettungsdienstes.

In Harrislee brannte am Silvesterabend gegen 20.47 Uhr ein Carport vollständig nieder. Die Polizei konnte zwei Tatverdächtige ermitteln und vorläufig festnehmen. Die diesbezüglichen Ermittlungen dauern an.

Der Hyundai und der Carport brannten vollständig aus.
Iwersen
Der Hyundai und der Carport brannten vollständig aus.
 

Um 21:24 Uhr wurde der Polizei in Breklum ein in der Nähe eines Wohnhauses brennender Busch gemeldet. Das den Ermittlungen zufolge vorsätzlich herbeigeführte Feuer beschädigte ein Fenster des angrenzenden Gebäudes. Die Polizei ermittelt. Sachdienliche Hinweise nimmt das Polizeirevier Niebüll unter 04661/40110 entgegen.

In Husum wurde um kurz nach Mitternacht Rauchentwicklung bei einem Haus in der Poggenburgstraße gemeldet. Das aus noch unbekannter Ursache entstandene Feuer verursachte in einer Wohnung Schaden in noch unbekannter Höhe. Die Kriminalpolizei beschlagnahmte die Brandstelle.

Ferner wurde die Polizei zu mehr als einem Dutzend Schlägereien gerufen. Knapp 30 Einsätze galten randalierenden oder hilflosen Personen. Auch zu weiteren Standardeinsätzen musste die Polizei ausrücken. Hier ging es um Sachbeschädigungen oder kleinere Streitigkeiten.

Mehrere Anrufer führten Beschwerde über Ruhestörungen und Silvesterknallereien, die an unzulässigen Orten oder in gefährlicher Nähe zu Reetdachhäusern erfolgten. Auch eine Reihe von kleineren und größeren Bränden beschäftigten die Polizei in der Nacht. Bei der überwiegenden Anzahl der durch Silvesterfeuerwerk verursachten Brände blieb es bei geringem Sachschaden.

Die Leitstelle Mitte verzeichnete inklusive Rettungsdienst für die Bereiche Kiel, Rendsburg-Eckernförde und Plön 243 Einsätze. Der Schwerpunkt lag wie erwartet mit 147 Einsätzen (Vorjahr: 226) im Bereich der Landeshauptstadt.

In 15 Fällen nahmen die Kieler Polizisten Anzeigen wegen Körperverletzungen auf, in elf weiteren Fällen konnten die Beamten die Streithähne rechtzeitig beruhigen, so dass es bei rein verbalen Auseinandersetzungen blieb. Zehn Mal wurde die Polizei wegen Ruhestörungen gerufen, zehn Anzeigen wegen Sachbeschädigungen wurden der Polizei bislang gemeldet. 14 Personen wurden der Polizei als hilflose Personen aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums gemeldet, vier von ihnen mussten den Rest der Nacht im Polizeigewahrsam verbringen, da keine Angehörigen erreicht werden konnten. Im Stadtgebiet kam es in der Silvesternacht zu insgesamt zwölf Bränden, wobei sechs brennende Müllcontainer den Schwerpunkt bildeten.

In Jevenstedt zogen gegen vier Uhr früh am Neujahrstag dichte, beißende Qualmschwaden durch den Ort. In der Straße „Im Winkel“ stand ein großer Caroport mit einem halben Dutzend Stellplätzen in Flammen. Fünf Autos brannten komplett aus, ein weiteres wurde in Mitleidenschaft gezogen. Auch an einem Wohnhaus in unmittelbarer Nähe entstanden Schäden. Aufgrund der starken Rauchentwicklung musste die Feuerwehr, die Großalarm für fünf Wehren ausgelöst hatte, die Nachbarschaft evakuieren. Mehrere Rettungsassistenten und ein Notarzt betreuten die Menschen, die zum Glück unverletzt blieben. Erst durch den massiven Einsatz von Löschschaum konnte das Feuer schließlich eingedämmt werden. Rund 60 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Die Kriminalpolizei muss jetzt klären, ob eventuell glimmende Überreste von Silversterfeuerwerk den Brand ausgelöst haben. Auch eine vorsätzliche Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden.

Die Silvesternacht endete in einem Flammeninferno. Fünf Autos wurden völlig zerstört.
Krüger
Die Silvesternacht endete in einem Flammeninferno. Fünf Autos wurden völlig zerstört.
 

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde gingen sechs Müllcontainer in Flammen auf. Im Kreis Plön kam es zu drei mittelgroßen Bränden und zu drei brennenden Müllcontainern. In Hohenfelde musste der Rettungsdienst eine 60-Jährige behandeln, die sich beim Umgang mit Knallkörpern an der Hand verletzte. In Bendfeld hantierte ein 15-Jähriger mit Magnesium und zog sich Brandverletzungen an Hand und Gesicht zu.

Die Leitstelle West meldete für die Kreise Dithmarschen, Pinneberg und Steinburg insgesamt 32 Feuerwehreinsätze, davon 20 im Kreis Pinneberg. In Lutzhorn konnte die Feuerwehr ein brennendes Strohlager löschen, ehe es auf eine Reithalle übergreifen konnte. In der Reithalle befanden sich zu dem Zeitpunkt noch 15 Pferde, die von den Kräften der Feuerwehr auf die benachbarte Koppel getrieben worden. In Oldendorf bei Itzehoe vernichtete ein Feuer eine Carportanlage mit darin abgestelltem Fahrzeug.

In Henstedt (Kreis Dithmarschen) brannte eine Lagerhalle, in der sich nach Angaben der Polizei Landmaschinen befanden. Der Schaden wurde auf mindestens eine Million Euro geschätzt. Wie es zu dem Brand kam, war zunächst unklar.

„Keine Auffälligkeiten“ war aus der Leitstelle Süd für die Kreise Herzogtum Lauenburg, Stormarn und Ostholstein zu hören. 40 Feuerwehreinsätze wurden hier verzeichnet, darunter 15 brennende Müllcontainer, 23 kleinere und größere Brände. Wegen Verletzungen mit Knallkörpern musste der Rettungsdienst vier Mal ausrücken und Brandverletzungen an Händen behandeln.

Die Leitstelle Holstein vermeldet für den Kreis Segeberg insgesamt 22 Einsätze. Darunter zehn brennende Müllcontainer. In Norderstedt kam es zu einem Wohnungsbrand. In Kaltenkirchen brannte es in einem Keller und in Wahlstedt geriet gelagerter Elektroschrott auf dem Gelände eines Elektrofachbetriebes in Brand. Nach einer Stunde konnte das Feuer durch mehrere Trupps unter Atemschutz mit diversen Strahlrohren gelöscht werden. Die Feuerwehr war fast zwei Stunden vor Ort.

In Lübeck musste die Feuerwehr fünf Mal zu Wohnungsbränden ausrücken. In einem Fall wurden dabei vier Bewohner mit leichter Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Daneben galt es, zehn brennende Müllcontainer zu löschen. In Neumünster hatte die Feuerwehr eine vergleichsweise ruhige Nacht und musste lediglich sechs Kleinbrände löschen.

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