zur Navigation springen

Streit : Neuer Versuch: SH will Schloss Salzau verkaufen

vom

Weil der Käufer von Schloss Salzau nicht gezahlt hat, sucht Schleswig-Holstein jetzt einen neuen Interessenten. Doch der bisherige Käufer droht mit Klage.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 18:20 Uhr

Kiel/Salzau | Schleswig-Holstein betrachtet den Verkauf von Schloss Salzau an den Hamburger Geschäftsmann Bolko Kissling als endgültig gescheitert und sucht für die herrschaftliche Immobilie im Kreis Plön jetzt einen neuen Käufer. „Das ehemalige Landeskulturzentrum soll zwei Millionen Euro kosten“, sagte ein Sprecher des zuständigen Finanzministeriums am Donnerstag in Kiel.

Kissling will die Auflösung des Kaufvertrags allerdings nicht hinnehmen: „Unsere Klage geht dem Land in Kürze zu“, teilte er am Donnerstag mit. Kisslings „Verwaltungsgesellschaft Schloss Salzau“ hat nach Angaben des Ministeriums ab Juni vereinbarte Zahlungen nicht geleistet - wegen angeblich verheimlichter Baumängel am Schloss. Das Ministerium hat diesen Vorwurf zurückgewiesen und trat vom Kaufvertrag zurück. Trotz schriftlicher Aufforderung habe Kissling dazu nicht Stellung genommen, teilte das Ministerium mit.

2010 hatte die damalige CDU/FDP-Regierung aus Spargründen beschlossen, Salzau zu verkaufen. 224.000 Euro kostet pro Jahr die „Leerstandsbewirtschaftung“ der sechs Gebäude auf 122.313 Quadratmetern Grundstück samt Schlossgarten mit See. In dem neobarocken Bau aus dem 19. Jahrhundert hatte einst der US-Dirigent Leonard Bernstein mit Musikern aus aller Welt beim Schleswig-Holstein Musik Festival im Rahmen der Orchesterakademie geprobt.

Kissling betonte am Donnerstag, die Klage habe sich „etwas verzögert da wir auch ein Gutachten zu den Problematiken haben erstellen lassen, was sich leider etwas hingezogen hat. Zudem, bedingt durch Urlaubszeiten und meine Entfernung (Anmerkung der Redaktion: USA), kamen leider weitere Zeitverzögerungen hinzu. Die Problematik ist aber keinesfalls gelöst.“ Kissling hatte sich bereits im Juli gegen Darstellungen verwahrt, er habe bauliche Mängel kritisiert. „Alles, was ich wollte, ist Sicherheit.“ In Salzau wollte Kissling ein Hotel mit Kulturprogramm betreiben.

Zu den Gebäuden in Salzau gehören auch ein Torhaus mit Appartements und Gastronomiebereich sowie ein ehemaliger Pferdestall mit schlichten Zimmern - ursprünglich für junge Musiker gedacht. Alles ist quasi eingemottet.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen