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Gegen Knappheit auf dem Wohnungsmarkt : Neue Wohnungen: Bauboom in Schleswig-Holstein

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

22 Prozent mehr Baugenehmigungen wurden im ersten Quartal erteilt - vor allem für neue Mehrfamilienhäuser.

shz.de von
erstellt am 21.Mai.2016 | 16:07 Uhr

Kiel | Egal ob in Kiel, Neumünster oder Flensburg – über den Städten drehen sich allerorts große Baukräne. Beflügelt durch die niedrigen Zinsen und in Ermangelung attraktiver Anlagealternativen wird derzeit bundesweit gebaut, was das Zeug hält. Und ein Ende des Booms ist nicht absehbar: So wurde im ersten Quartal 2016 bundesweit der Bau von 84.000 Wohnungen genehmigt, darunter 72.000 Neubauwohnungen – das sind 30,6 Prozent mehr als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Die Zahl der beantragten Um- und Ausbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden erreichte laut Statistikamt mit 12.500 Wohnungen sogar den höchsten Wert seit 1997.

Mit mehr Wohnungen kann Wohnungsknappheit entgegengewirkt werden. „Mehr Wohnungen sorgen für niedrigere Mieten. Mehr Angebot für mehr Nachfrage“, sagt auch Andreas Breitner, Chef des Norddeutschen Wohnungswirtschaftsverbandes.

Allein in Schleswig-Holstein erteilten Rathäuser und Amtsverwaltungen grünes Licht für den Bau von 2213 Wohngebäuden, ein Plus von 22 Prozent. Besonders viele Anträge gingen im ersten Quartal in den Kreisen Pinneberg (360) und Schleswig-Flensburg (230) ein. Während sich bundesweit der Zuwachs gleichmäßig auf alle Gebäudearten verteilt, dominieren im Norden Mehrfamilienhäuser.

Entsprechend zufrieden ist Innenminister Stefan Studt (SPD) – zumal auch der sozial geförderte Wohnungsbau wesentlich zu den guten Zahlen beiträgt. Wohnungswirtschaft und private Eigentümer würden „ihre Verantwortung ernst nehmen, mit der Unterstützung des Landes kurzfristig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“. Allerdings ist schon jetzt klar, dass auch künftig ein hoher Neubaubedarf besteht. Studt will deshalb „den Schwung nutzen“ , um die Zielvorgabe der Küstenkoalition – 20.000 neue Wohnungen in fünf Jahren – zu erfüllen

Die Zahlen dürften besonders das Baugewerbe im Norden freuen: Allein das Volumen der im März erteilten Genehmigungen wird auf 217 Millionen Euro geschätzt, im Vorjahr lag der Wert bei 146 Millionen Euro. Die Kräne, die momentan Baugenehmigungen vom Vorjahr abarbeiten, bekommen 2017 also noch mehr zu tun.

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