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Vorranggebiete in SH : Neue Windkraftpläne sind Sprengsatz für den Wahlkampf

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Windkraft-Vorranggebiete werden die Staatskanzlei noch lange beschäftigen, meint unser Autor Frank Jung.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2016 | 06:44 Uhr

Die Wortführerin der Windkraft-Kritiker im Land bekommt in ihrem Dorf bei Eckernförde zusätzliche Rotoren vor die Tür gesetzt. Dem Landesvorsitzenden des Bundesverbands Windenergie hingegen wird in Ellhöft ganz weit oben in Nordfriesland ein bisheriger Windpark weggenommen. Schon diese Beispiele zeigen, wie viel Krach sich die Landesregierung mit ihren völlig neuen Regionalplänen für die künftigen Windkraftanlagen ins Haus holt. Und das mitten in den beginnenden Landtagswahlkampf.

Da muss sich der Ministerpräsident seiner Wiederwahl schon sehr sicher sein. Sollte er aber nicht. Die Ausgangslage ist knapp. Selbst wenn die Auseinandersetzungen um die Windkraft vorwiegend auf dem Land spielen statt in bevölkerungsreichen Gegenden – es könnten am Ende die entscheidenden Stimmen sein, die für ein Weitermachen fehlen.

Detaillierte Aufnahmen für mehrere Regionen finden Sie hier.

Denn politisch bleiben die Regionalpläne bei allem Bemühen um Rechtssicherheit angreifbar. Auch wenn der Bewegungsspielraum durch Gerichtsurteile eingeschränkt war: Teilweise hätte man zu anderen Lösungen kommen können. Natur- und Vogelschutz erscheinen unverhältnismäßig hoch gewichtet gegenüber der Rücksicht auf negative Begleiterscheinungen für Menschen. Das wird an neuen Standorten noch manch unbequeme Nachfrage nach sich ziehen. Umgekehrt lässt man an akzeptierten Standorten vor allem an der Westküste mehr Befürworter in die Röhre gucken als es einleuchten mag. Hier fehlt der Gestaltung Fantasie.

Torsten Albig wird im Wahlkampf die ganz große, grundsätzliche Debatte über den Atomausstieg führen, um seine Regionalpläne zu verteidigen. Bei aller Würdigung von Prinzipientreue: Die Überzeugungskraft lässt sich nicht auf eine rein abstrakte Betrachtung reduzieren. Die Praxis muss beweisen, dass der Umbau funktioniert. Das bleibt die Achillesferse, solange Öko-Strom wegen Leitungsengpässen zuhauf abgeriegelt wird.

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