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CDU-Spitzenkandidat : Neue Wahlprognose: Daniel Günther muss um Landtagssitz bangen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hamburger Wahlforscher zeichnen ein düsteres Szenario für Daniel Günther - obwohl es für die CDU ganz gut aussieht.

shz.de von
erstellt am 05.Feb.2017 | 18:34 Uhr

Kiel/Hamburg | Schleswig-Holsteins frisch gekürter CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther muss bei der Wahl am 7. Mai um den erneuten Einzug in den Kieler Landtag bangen. Das ergibt sich aus einer aktuellen Prognose des Hamburger Wahlforschungsinstituts Election.de.

Der Vorhersage zufolge liegt Oppositionsführer Günther in seinem Wahlkreis Eckernförde zwar derzeit vor seiner SPD-Rivalin Serpil Midyatli – aber nur sehr knapp. Gleichzeitig prognostiziert Election.de, dass die CDU gleich 25 der 35 Wahlkreise gewinnt – und daher kein einziger Kandidat über die Landesliste ins Parlament kommt, nicht mal die Nummer eins. Verlöre Günther daher im Wahlkreis doch das enge Rennen gegen seine SPD-Konkurrentin, würde er es voraussichtlich nicht in den Landtag schaffen.

Genau dieses Schicksal ereilte vor fünf Jahren den damaligen CDU-Spitzenkandidaten Jost de Jager. Trotz Listenplatz eins kam de Jager nicht ins 69-köpfige Parlament an der Förde, weil er als Spätnominierter keinen Wahlkreis hatte und alle 22 Sitze, die der CDU zustanden, an gewählte Direktkandidaten gingen.

Der ehemalige Spitzenpolitiker Jost de Jager gab Anfang 2013 den CDU-Landesvorsitz in Schleswig-Holstein ab. Bei der Landtagswahl 2012 war der Ex-Wirtschaftsminister gescheitert, obwohl seine Partei die stärkste Kraft wurde. Ein rasanter Abstieg.
Der ehemalige Spitzenpolitiker Jost de Jager gab Anfang 2013 den CDU-Landesvorsitz in Schleswig-Holstein ab. Bei der Landtagswahl 2012 war der Ex-Wirtschaftsminister gescheitert, obwohl seine Partei die stärkste Kraft wurde. Ein rasanter Abstieg. Foto: dpa
 

Damals bekam die CDU 30,8 Prozent der Stimmen. Und da die Christdemokraten nach der Prognose von Election.de auch diesmal nur wenig besser abschneiden werden und bei 32 Prozent liegen gegenüber 28 für die SPD, können sie auch nicht darauf hoffen, dass sie viel mehr Sitze als bisher bekommen. Exakt einen mehr, also insgesamt 23, werden sie regulär erhalten, haben die Hamburger Wahlforscher ausgerechnet. Damit bliebe kein Mandat für CDU-Listenkandidaten übrig. Es gäbe höchstens noch zusätzliche „Überhangmandate“ für erfolgreiche Wahlkreisbewerber – für den Fall, dass sich tatsächlich 24 oder 25 oder noch mehr Kandidaten der CDU direkt durchsetzen.

Die SPD gewinnt laut der neuen Prognose nur die je drei Wahlkreise in Kiel und Lübeck sowie in Flensburg, Elmshorn, Pinneberg und Plön-Nord. Allerdings ist das Rennen in der Hälfte dieser Wahlkreise knapp: Nur in fünf der sechs Großstadtwahlkreise in Kiel und Lübeck kann sich die SPD relativ sicher fühlen. Andererseits geht es auch in 9 der 25 Wahlkreise eng zu, in denen die CDU vorn liegt – darunter eben auch der von CDU-Landeschef Günther.

Foto: Screenshot: Election.de
 

Schon vor fünf Jahren hatte Günther in Eckernförde nur etwas mehr als 1200 Stimmen Vorsprung und siegte knapp mit einem Stimmanteil von 35,7 Prozent zu 33,3 Prozent. Wegen dieser Ausgangslage hat SPD-Landeschef Ralf Stegner bereits angekündigt, sich in Eckernförde im Wahlkampf „besonders ins Zeug legen“ zu wollen. Für Günther wird das Rennen zudem schwierig, weil außer SPD-Fraktionsvizin Midyatli auch FDP-Spitzenkandidat Wolfgang Kubicki in Eckernförde antritt und um bürgerliche Wähler wirbt. Ministerpräsident allerdings könnte Günther selbst dann werden, wenn er aus dem Landtag fliegt – der Regierungschef braucht keinen Parlamentssitz.

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