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Flüchtlingskrise : Neue Grenzkontrollen: 2300 Polizisten in Dänemark warten auf Einsatz

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Weichen sind gestellt. Nun scheint es nur noch eine Frage der Zeit, bis Dänemark massive Kontrollen an der Grenze zu Deutschland durchführt.

shz.de von
erstellt am 30.12.2015 | 13:10 Uhr

Kopenhagen/Flensburg | Die dänische Polizei hat sich auf „mehrere mögliche Szenarien“ vorbereitet, um auf die am 4. Januar beginnenden schwedischen Grenzkontrollen zu reagieren. Das bestätigte der Chef der Polizeigewerkschaft, Claus Oxfeldt, am Dienstag. Dänemark fürchtet, dass die Maßnahmen in Schweden zu einer stark steigenden Anzahl von Asylbewerbern führen.

Schwedens anstehende Grenzkontrollen führen dazu, dass Kopenhagen seinerseits seine Südgrenze kontrollieren will. Kopenhagen fürchtet einen Rückstau von Flüchtlingen ins eigene Land, der in der Konsequenz Schleswig-Holstein treffen könnte.


Die Vorbereitungen für Januar haben nichts mit den aktuellen Grenzkontrollen in Dänemark zu tun. In diesen Tagen hält die Polizei bereits auch schon Autos an. Grund ist der offizielle Verkauf von Knallkörpern und Silvesterraketen in Deutschland. Die Einfuhr ist verboten.

Laut einer von „Ekstrabladet“ zitierten Quelle bereitet sich die dänische Polizei derzeit auf einen Einsatz an der deutsch-dänischen Grenze vor, rund 2300 Kräfte sollen dafür vorgesehen sein. Die Einsatzkräfte sollen dem Bericht zufolge u. a. auf Schiffen in Flensburg oder Sonderburg einquartiert werden. Oxfeldt sagte am Abend gegenüber TV2: „Es ist schwer zu erahnen, welche Konsequenzen das, was in Schweden geschieht, für Dänemark haben wird.“ Die Reichspolizei wollte die Berichte zunächst nicht kommentieren.

Ausländerministerin Inger Støjberg (Venstre) bestätigte am Dienstagnachmittag, dass ihr Land bereit sei, umgehend Grenzkontrollen einzuführen: „Es ist nicht gesagt, dass Grenzkontrollen kommen, aber die Möglichkeit besteht. Wenn es notwendig wird, sind wir vorbereitet. Es sind ja richtig viele Menschen, die dann eingesetzt werden müssen.“ Die Regierung habe die Polizei daher gebeten, sich auf die Situation vorzubereiten. Schon im November wurde bekannt, dass ab Januar alle Kfz-Kennzeichen, die über die Grenze kommen, gescannt werden.

Am Dienstag rückten in diesem Zusammenhang die im Dezember beschlossenen Sammellager in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die Lager waren von den regionalen Bereitschaften aufgebaut worden. Die Zentren sollen nun bei Einführung von Grenzkontrollen von der Polizei genutzt werden. Das gilt auch für die Einrichtung in Seegaard, die bereits vor Wochen u. a. mit isolierten Zelten eingerichtet worden worden war und bereit für die Inbetriebnahme ist. Dort sollen Flüchtlinge untergebracht werden, bis die Identität der Personen festgestellt worden ist. Zentren dieser Art gibt es auch in Valby und in Vordingborg.

 

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