Michael Wilksen und Thomas Bauchrowitz : Neue Chefs von Landespolizei und LKA benannt

Kiels leitender Polizeidirektor Thomas Bauchrowitz.

Kiels leitender Polizeidirektor Thomas Bauchrowitz wird neuer LKA-Chef.

Die Personalien gab Innenminister Hans-Joachim Grote am Dienstag bekannt.

shz.de von
03. Juli 2018, 13:36 Uhr

Kiel | Schleswig-Holsteins Polizeispitze ist wieder komplett, nachdem wichtige Führungsposten monatelang unbesetzt geblieben waren. Neuer Leiter des Landespolizeiamts und damit auch Landespolizeidirektor wird zum 1. August Michael Wilksen (57), der seit 2016 die Polizeidirektion für Aus-und Fortbildung sowie die Bereitschaftspolizei geleitet hat. Wie Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung bekanntgab, übernimmt der bisherige Kieler Polizeichef Thomas Bauchrowitz (53) zum 1. September die Leitung des Landeskriminalamts. Er löst Torsten Kramer ab, der seit längerem erkrankt war und in den Ruhestand geht.

Erst im März war der Jurist Torsten Holleck zum neuen Leiter der Polizeiabteilung im Innenministerium benannt worden. Grote hatte im November vergangenen Jahres nach massiver Kritik an deren Führungsstil die Vorgänger von Wilksen und Holleck – Ralf Höhs und Jörg Muhlack – abgelöst. Einen Zusammenhang zur sogenannten Rocker-Affäre bei der Landespolizei gebe es nicht, sagte Grote damals.

Mit Wilksen und Bauchrowitz hätten sich im Auswahlverfahren diejenigen durchgesetzt, die für die operativ-strategische Leitung ihrer jeweiligen Ämter im Landespolizeiamt und im LKA die beste Qualifikation besäßen, sagte Grote. Eine künftig klarere Abgrenzung von Aufgaben der Polizeiabteilung, Landespolizeiamt und LKA sei ganz bewusst gewählt und entspreche seiner Vorstellung von der Führung der Landespolizei.

Bauchrowitz habe große Erfahrungen in der Kriminalpolizei gesammelt und sich sowohl in der Prävention als auch in der Kriminalitätsbekämpfung einen hervorragenden Ruf erarbeitet, sagte der Minister. Wilksen habe in seiner 40-jährigen Laufbahn in fast allen Bereichen der Vollzugspolizei auch Führungserfahrung gesammelt. Mit den Personalentscheidungen sei er sehr glücklich, sagte Grote.

Die neue Polizeiführung werde fachlich und menschlich hervorragend miteinander harmonieren. „Ich bin überzeugt, dass diese drei Spitzen der Landespolizei es schaffen werden, die von mir gewünschte Führungsstruktur aufzubauen.“ Aufgabenteilung, offene Kommunikation zwischen den Aufgabenbereichen und besonders auch enger Austausch mit den Mitarbeitern seien prägende Elemente der Führungskultur.

Mit solchen Bemerkungen knüpfte der Minister auch an die Kritik an der früheren Polizeiführung an. „Ich möchte, dass Anregungen, Vorschläge aber auch Sorgen aus der Landespolizei heraus zu allererst als Chancen gesehen werden, um unsere Landespolizei immer weiter zu verbessern.“ Nicht zuletzt gehe es ihm darum, die Kommunikation der Polizei mit den Menschen zu verbessern.

Zufrieden reagierte die Gewerkschaft der Polizei. Mit Wilksen erhalte die Landespolizei an ihrer Spitze eine anerkannte Persönlichkeit, die Menschen zusammenführen könne, sagte Landesvize Andreas Kropius.„Dies ist eine für sein neues Amt sehr bedeutende Eigenschaft.“ Bauchrowitz als neuer LKA-Chef verfüge über langjährige Erfahrungen im Ministerialbereich sowie in der Leitung einer Polizeidirektion.

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft im dbb, äußerte sich positiv. Aber: „Michael Wilksen und Thomas Bauchrowitz treten jedenfalls ein schweres Erbe an und haben große Aufgaben vor sich“, sagte Landesvize Thomas Nommensen. „Es bleibt abzuwarten, inwieweit es beiden gelingen wird, die Landespolizei wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen und das beschädigte Ansehen von Teilen der Organisation zu reparieren.“

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