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Eckernförde, Kiel und Flensburg : Neue Boote, Hubschrauber und Drohnen für die Marine in SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Sparschwein Marine“: Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Flotte auf rund ein Viertel reduziert worden. Ganze Schiffsklassen

von
erstellt am 23.Apr.2017 | 10:13 Uhr

Gute Nachrichten für die Marine in Schleswig-Holstein: Die Bundeswehr rüstet auf. Es gibt neue Schiffe, Hubschrauber, Unterwasser-Drohnen und ein neues Gewehr. Von dem milliardenschweren Programm profitieren auch die Basen in Eckernförde, Kiel sowie die Marienschule Mürwik. Zudem wächst die Marine auch zahlenmäßig. „Mit dem Ziel, neue Fähigkeiten zu schaffen sowie die Durchhaltefähigkeit und Robustheit von Einsatzkräften zu stärken, ist beabsichtigt, den Dienstpostenumfang der Marine schrittweise bis 2024 von derzeit 13.400 Dienstposten auf 14.450 zu erhöhen“, bestätigt ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums den Personalzuwachs gegenüber Schleswig-Holstein am Sonntag. Ein großer Teil der zusätzlichen 1050 Soldatinnen und Soldaten soll das Seebataillion unter dem Kommando von Fregattenkapitän Axel Meißel in Eckernförde verstärken.


Vier neue Fregatten

Größtes laufendes Projekt sind die neuen Fregatten des Typs F 125. Die 150 Meter langen Schiffe können bis zu zwei Jahren im Einsatz bleiben und bieten neben der 120 Mann starken Besatzung Platz für 70 weitere Soldaten von Boarding Teams oder Spezialkräften. Ein neuartiges Sensor-Waffen-Konzept schützt Schiff und Besatzung. Dabei werden fast alle Waffen von Sturmgewehr bis zum 127-mm-Geschütz und Flugkörpern zur See- und Luftzielbekämpfung ferngesteuert, sodass sich der Schütze bei Beschuss keiner unmittelbaren Gefahr aussetzt. Die F 222 „Baden-Württemberg“ soll noch dieses Jahr ihren Dienst aufnehmen, die weiteren drei Schiffe (Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz) folgen im Jahresrhythmus.

Fünf neue Korvetten

Ab 2022 werden fünf weitere Korvetten der bereits im Dienst stehenden Klasse K 130 die Marine verstärken und den Bestand verdoppeln. Dazu kommen sechs sogenannte Mehrzweckkampfschiffe (MSK 180). Die weltweit einsetzbaren Schiffe können für unterschiedliche Aufgaben ausgelegt werden. Zum Beispiel kann das Schiff mit einem Schleppsonar für die U-Boot-Jagd eingesetzt werden, zur Minenabwehr im Nahbereich, zur Unterstützung von Spezialkräften oder zum Transport von Personen, die in Gewahrsam genommen worden sind. „Ich bin davon überzeugt, dass die Marine mit dem Mehrzweckkampfschiff Klasse 180 flexible und durchsetzungsfähige Einheiten bekommt, die den Anforderungen aktueller und künftiger Einsätze gewachsen sind“, fasst Fregattenkapitän Peter Wiemann, der seit über vier Jahren das Projekt begleitet, seine Eindrücke von der neuen Schiffsklasse im marineinternen Newsletter „Auf Kurs“ zusammen. Aufgestockt wird auch das U-Boot-Geschwader in Eckenförde. Gemeinsam mit der norwegischen Marine werden sechs U-Boote angeschafft – davon zwei für die Deutsche Marine. Diese Boote sollen wie die bereits im Dienst befindlichen Einheiten „U 35“ und „U 36“ über eine Kampfschwimmer-Schleuse verfügen.

Modernisierte Minenjäger
 

Modernisiert werden die drei Minenjagd-Boote Grömitz, Datteln und Bad Bevensen, dazu sollen vier Unterwasser-Drohnen zur Minenjagd angeschafft werden. Als Nachfolger der Sea King MK41 wurden durch die Marine bereits 18 Hubschrauber NH90 „Sea Lion“ bestellt. Die Auslieferung ist ab 2019 vorgesehen. Parallel werden unbemannte fliegende Systeme für die Marine – vorrangig für Aufklärungs- und Identifizierungszwecke im Einsatzgebiet – geprüft. Zudem wurden Ende 2016 Quadrocopter für die Marine beschafft. Darüber hinaus ist die Beschaffung von Drohnen zur optischen Aufklärung im Nahbereich beabsichtigt.

Die Planungen der Marine gehen weit in die Zukunft. So wird bereits jetzt an Projekten zur Nachfolge der Minenjagd-Boote, der sechs Tender sowie der Bordhubschrauber Sea Lynx gearbeitet, so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Auch Landungsboote für das Seebataillion sind in Planung, des Weiteren sollen zwei Doppelhüllentanker die Marine verstärken.


Neue Gewehre

 Noch in diesem Jahr erfolgt die Ausschreibung für den Nachfolger des Sturmgewehres G 36 als Standardwaffe. Die Bundeswehr setzt dabei auf ein „marktverfügbares Produkt“, wie es aus dem Ministerium heißt. Mit anderen Wort – diesmal soll es ein bereits im Einsatz bewährtes Modell sein. Eingeführt soll die neue Standard-Waffe 2020 werden. Die Kampfschwimmer bekommen schon eher ein neues Sturmgewehr – die Ausschreibung für die Waffe der Spezialkräfte wurde bereits im Januar dieses Jahres veröffentlicht. Vizeadmiral Rainer Brinkmann, stellvertretender Inspekteur der Marine und Befehlshaber der Flotte, hatte bereits mehrfach die neue Rolle der Marine betont. „Ein Grund dafür ist die stärkere Bedeutung der Landes- und Bündnisverteidigung“, hatte der Admiral vor dem Nautischen Verein zu Kiel unterstrichen.


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