Sonderburg : Neue Autobahn wartet auf den Verkehr

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30. März 2013, 09:06 Uhr

Sonderburg | Ein 26 Kilometer langes und rund zwei Milliarden Kronen teures Geburtstagskind feiert ersten Geburtstag: die Autobahn M51 zwischen Klip leff und Sonderburg. Am 31. März ist es ein Jahr her, dass die in öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) entstandene Strecke für den Verkehr freigegeben wurde. Seitdem rollt der Verkehr den Erwartungen hinterher. Mit rund 9000 Verkehrsteilnehmern täglich war im Westen der Strecke kalkuliert worden, mit 25 000 Autos im Raum Sonderburg.

Nach einem Jahr M51 fällt eine erste Bilanz ernüchternd aus, wie Stefan Propst, Geschäftsführer der Kliplev Motorway Group A/S, feststellt. Noch laufen die Verkehrserhebungen, um eine abschließende Jahresbilanz zu ziehen. Doch schon jetzt steht definitiv fest, dass weit weniger Autos und Lastwagen über die M51 rollen als erwartet und errechnet. "Die Verkehrszahlen liegen deutlich unter den Prognosen", so Stefan Propst. "Wir sind noch vorsichtig mit einer endgültigen Bilanz: Noch fehlen die letzten Zahlen aus dem Frühling."

Mitte April sollen verlässliche Zahlen auf dem Tisch liegen. "Man kann aber sagen, dass der Verkehr rund 20 Prozent unter den Erwartungen zurückliegt. Auch und gerade beim Schwerlastverkehr liegen wir weit unter den Planungszahlen." Das Verkehrsministerium hingegen bezweifelt diese Zahlen.

Finanziellen Schaden nehme KMG deswegen aber nicht. "Für uns ist das eher positiv zu bewerten. Weniger Verkehr bedeutet weniger Unfälle, weniger Instandhaltung, weniger Aufwand. Wir hätten eine zusätzliche Vergütung erhalten, wenn die Zahlen über den Erwartungen liegen. Das haben wir aber schon länger abgeschrieben, daraus wird ganz sicher nichts. Andererseits war unsere Vergütung nicht verkehrsabhängig. Konkret schaden die niedrigen Zahlen also niemandem."

Für den Vorsitzende des Sonderburger Handelsvereins, Claus Plum, hat die Autobahn einen spürbaren Effekt. "Das war eine voll und ganz positive Entwicklung, die gut für die Stadt und die Region war." Das Einzugsgebiet der Stadt habe sich vergrößert, "unser Umland wurde erweitert."

Sonderburgs Bürgermeisterin Aase Nyegaard stellt klar: "Ich habe keinerlei Zweifel, dass uns die Autobahn der Stadt hilft, sich vorwärts zu entwickeln. Und den Kritikern der Autobahn kann ich nur sagen, dass man nach nur einem Jahr den Wert dieser Autobahn gar nicht erfassen kann. Rein psychologisch ist es eine bedeutende Sache. Ich rede sehr oft mit Firmen, die einen Standort suchen und jedes Mal ist Infrastruktur entscheidend. Ohne die Autobahn stünden wir sehr schlecht da.

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