zur Navigation springen

Landwirte in SH : Nach Regen und Sturm: Die Maisernte wird zum Desaster

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Regen und Sturm machen es den Bauern in diesem Herbst richtig schwer. Ein Stimmungsbild.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2017 | 15:20 Uhr

Noch ist die Maisernte nicht zu Ende, doch bereits jetzt steht fest: Rekorde wird es dieses Jahr keine geben. „Es sieht nicht rosig aus“, sagt Daniela Rixen, Sprecherin der Landwirtschaftskammer in Kiel. „Die Landwirte müssen mit Ertragseinbußen rechnen.“

Verantwortlich dafür ist das Wetter. Bereits im September haben zwei Stürme gewütet, eine Menge Mais umgeknickt, „ins Lager gedrückt“, wie der Landwirt sagt. Damit die Pflanzen nicht am Boden verfaulten, mussten sie unreif geerntet werden. Nach den Stürmen kam dann der Regen. Die Erntezeit für Mais liegt etwa 70 Tage nach der Blüte, das wäre Anfang Oktober gewesen. Doch seit Beginn des Monats gab es ungewöhnlich starke Niederschläge, die viele Felder mit schweren Maschinen nahezu unbefahrbar gemacht haben. Nach Angaben des Lohnunternehmens Blunk aus Rendswühren (Kreis Plön), das Maishäcksler und Gespanne für den Abtransport vermietet, stehen derzeit noch immer 30 bis 35 Prozent der Maispflanzen auf den Feldern. „Auch jetzt haben wir wegen des Regens die Ernte an etlichen Stellen wieder abgebrochen“, sagte Disponent Reinhard Hopp am Montag. Viele Landwirte überlegten nun, ob sie nicht lieber dreschen statt häckseln sollten. Der Unterschied: Beim Häckseln wird die gesamte Pflanze zerkleinert und auf Gespanne gepustet, die nebenher fahren. Die Trecker mit den voll beladenen Anhängern versinken leicht in den weichen Böden, fahren sich fest. „Beim Dreschen wird ein Mähdrescher mit Raupenlaufwerk benutzt, das nicht so einfach einsinkt, erklärt Hopp. „Um die Körner abzutanken, fährt der dann an den Feldrand.“ So lässt sich ohne schwere Schlepper trotzdem ernten. Der Mais werde gemahlen, als Leistungsfutter verwendet.

Daniela Rixen berichtet, dass die Marschböden mindestens eine Woche ohne Regen bräuchten, um wieder befahrbar zu sein. „Einige Landwirte wägen bereits ab, den Mais gar nicht mehr zu ernten, um Flurschäden zu vermeiden.“ Dem gegenüber steht der Einkommensverlust. Disponent Hopp: „Es stehen ja Werte auf dem Feld. Deshalb das Dreschen.“ Rund 164.000 Hektar Mais wachsen in diesem Jahr in Schleswig-Holstein. Die Maisernte könnte in zwei Wochen geschafft sein – wenn das Wetter mitspielt. Qualität und Erntemenge dürften aber eher durchschnittlich ausfallen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen