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Truppenübungsplatz in Todendorf : Mutmaßliche Vergewaltigung: Soldat aus Rostock vom Dienst suspendiert

vom

Der Tatverdächtige schweigt zum Vorwurf des sexuellen Missbrauchs an zwei Soldatinnen. Die Tat soll von einer weiteren Person mit dem Handy gefilmt worden sein.

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erstellt am 15.Nov.2017 | 11:25 Uhr

Die Bundeswehr hat personelle Konsequenzen aus den Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft wegen einer möglichen Sexualstraftat gegen einen Unteroffizier gezogen. Der 29 Jahre alte Soldat wurde vom Dienst suspendiert, wie ein Sprecher der Luftwaffe am Mittwoch sagte. Der Soldat gehört zur Flugabwehrraketengruppe 21, die zwei Standorte in der Nähe von Rostock in Mecklenburg-Vorpommern hat. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins der Spiegel wurde gegen den Mann am Montag formal ein Dienstausübungs- und Uniformtrageverbot verhängt.

Immer wieder steht die Bundeswehr in der Kritik. Im Zuge der öffentlichen Diskussion um mehrere Skandale, darunter mögliches Sex-Mobbing und Demütigung an den Standorten Pfullendorf und Bad Reichenhall – hatte auch die Zahl der internen Beschwerden über sexuelle Belästigung, rechtsextreme Auswüchse und Fehlverhalten von Vorgesetzten zuletzt massiv zugenommen.

Laut Kieler Staatsanwaltschaft schweigt der Soldat gegenüber Polizei und Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen. Gegen ihn wird wegen eines möglichen Missbrauchs an zwei Soldatinnen auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes Todendorf (Kreis Plön) in der Nacht zum 10. November ermittelt. Die 18 und 22 Jahre alten Frauen gehören laut der Luftwaffe einer Versorgungseinheit der Flugabwehrraketengruppe 21 aus Sanitz (Landkreis Rostock) in Mecklenburg-Vorpommern an.

Weiterer Beteiligter soll die Tat gefilmt haben

Darüber hinaus sind in dem Fall neue Einzelheiten bekannt geworden. Wie die Staatsanwaltschaft Kiel gegenüber unserer Redaktion bestätigte, gab es ein Video von der Tat. „Die Datei war vorhanden, ist aber gelöscht worden“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler, Sprecher der Kieler Staatsanwaltschaft. Im Landeskriminalamt in Kiel hätten Fahnder versucht, die Datei wiederherzustellen. „Das ist bislang leider nicht gelungen“, so Bieler. Die Person, die mit seinem Handy gefilmt hat, soll nicht der Beschuldigte gewesen sein. Es gab also einen weiteren Beteiligten.

In der Nacht zum Freitag waren die zwei Soldatinnen, die auf Lehrgang in Todendorf war, sexuell missbraucht worden. Feldjäger nahmen noch in der Nacht einen 29-jährigen Unteroffizier als Tatverdächtigen fest Der Mann wurde in Gewahrsam genommen, ist aber wieder auf freiem Fuß. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft gibt es zwar Hinweise auf seine Täterschaft, aber nach dem derzeitigen Ermittlungsstand keinen dringenden Tatverdacht, der Voraussetzung für eine Untersuchungshaft wäre.

Frauen waren doch nicht betrunken

Erste Meldungen, wonach die beiden Frauen betrunken waren und deshalb nicht in der Nacht vernommen werden konnten, haben sich inzwischen als falsch erwiesen. Nach Angaben der Kieler Staatsanwaltschaft ließ die Bundeswehr die beiden Soldatinnen nach der rechtsmedizinischen Untersuchung abholen und zurück in die Heimatkaserne bringen. Darum konnten die Frauen erst in Rostock von der dortigen Kripo in Amtshilfe vernommen werden und nicht von der ermittelnden Behörde in Kiel.

Keine Belege für übermäßigen Alkoholkonsum

Zum Abschluss des Lehrganges gab es auf dem Truppenübungsplatz zwar eine Feier. Es existieren aber keine Belege dafür, dass dort von den Frauen übermäßig Alkohol getrunken worden war. Die Staatsanwaltschaft wollte sich dazu nicht äußern.

Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von der gerichtsmedizinischen Untersuchungen der DNA vom Tatort. Das Ergebnis liegt noch nicht vor. „Auch sind die Vernehmungen noch nicht abgeschlossen“, so Bieler.

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