zur Navigation springen

Mord-Prozess in Lübeck : Mord und Leichenschändung: Triebtäter zu 13 Jahren Haft verurteilt

vom
Aus der Onlineredaktion

Der 62-Jährige hatte eine Frau umgebracht und sich dann an der Leiche vergangen. Er saß schon mal wegen Mordes hinter Gittern.

shz.de von
erstellt am 12.Mai.2016 | 11:42 Uhr

Lübeck | Für den Mord an einer Frau und die Schändung ihrer Leiche hat das Landgericht Lübeck einen 62 Jahre alten Mann zu einer Haftstrafe von 13 Jahren und Unterbringung in der Psychiatrie verurteilt. Der Mann hatte im Prozess gestanden, im Juli 2015 in Neustadt im Kreis Ostholstein eine 37 Jahre alte Frau erwürgt und sich anschließend an der Leiche vergangen zu haben. Der Mann leidet nach Aussage einer Gutachterin an einer Triebstörung und ist daher nach Auffassung des Gerichts vermindert schuldfähig. Ob er jemals wieder in Freiheit kommt, ist fraglich.

Alle Beteiligten seien sich einig, dass der Angeklagte ein „schreckliches Verbrechen“ begangen habe und so etwas nie mehr geschehen dürfe, sagte der vorsitzende Richter Christian Singelmann.„Aber dennoch müssen wir uns an Recht und Gesetz halten und dürfen uns nicht von Emotionen leiten lassen“, sagte er an die Zuschauer im Saal gewandt.

Der Angeklagte war seinem Opfer am 26. Juli 2015 auf einem Wanderweg bei Neustadt begegnet. Spontan sei ihm der Gedanke gekommen, mit der Frau Sex zu haben, hatte er zu Prozessbeginn ausgesagt. Er verfolgte sie, sprach sie an und umarmte sie. Als die Frau sich wehrte und laut um Hilfe schrie, erwürgte er sie aus Angst vor Entdeckung. Dann entkleidete er die Tote und verging sich an ihr. Den leblosen Körper warf er in einen Abwasserschacht.  Vor der Tat hatte der Angeklagte bereits 20 Jahre in psychiatrischen Kliniken verbracht. 1991 hatte das Landgericht Kiel ihn wegen Mordes in Tateinheit mit sexueller Nötigung zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Nach einer Therapie kam der Mann vor einigen Jahren wieder auf freien Fuß, lebte zuletzt in der teilstationären Wohneinrichtung einer psychiatrischen Klinik in Neustadt (Kreis Ostholstein). Alle zwei Wochen erhielt er triebhemmende Spritzen. Sexuelle Fantasien hatte der Mann jedoch weiter, was er allerdings seinem Arzt verschwieg.„Der Angeklagte ist für die Allgemeinheit gefährlich, deshalb ist die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus unumgänglich“, sagte der Vorsitzende unter Berufung auf die Sachverständige. Die hatte in ihrem Gutachten die Chance als gering bezeichnet, dass der Angeklagte noch einmal auf freien Fuß kommt.

So hat der 37-Jährige am 26. Juli 2015 sein Opfer umgebracht:

Der 62-Jährige traf sein späteres Opfer auf einem Weg in Altenkrempe. „Da kam mir der Gedanke, mit der Frau Sex zu haben. Mir gingen wieder die ganzen Bilder durch den Kopf“, sagte der Angeklagte. Er verfolgte die Frau und sprach sie schließlich an einer Autobahn-Unterführung an, fragte nach Geld. „Erst habe ich sie umarmt.“ Als sich die Frau wehrte, habe er sie in den Schwitzkasten genommen und in einen Graben gezerrt. Sie wehrte sich massiv, zerkratzte ihm das Gesicht, die Hände und schrie vor Angst.

Der Mann hielt ihr den Mund zu, würgte sie minutenlang aus Angst. „Sie hörte einfach nicht auf zu schreien“, sagte der Mann. „Ich habe sie erwürgt, weil ich Angst hatte, sie würde mich verraten.“ Nach ihrem Tod entkleidete er sein Opfer komplett und misshandelte die Leiche. Doch eine Erektion bekam er wegen des Medikaments nicht. „Unten war alles tabu, ich habe nichts gespürt. Aber die Bilder im Kopf waren noch da“, sagte er.

Schließlich ließ er von dem Leichnam ab, versteckte ihn in einem nahe gelegenen Schacht. Ihre Kleidung schmiss der Angeklagte in ein Gewässer. Erst Anfang Oktober 2015 wurde der tote Körper der Frau in der Nähe des Wanderweges zwischen Neustadt und Altenkrempe gefunden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert