Urteil Ende November erwartet : Mord an Ehefrau in Wulfsdorf: Staatsanwalt fordert lebenslange Haft

Der Angeklagte wird von Justizbeamten in den Verhandlungssaal des Landgerichts geführt. Ihm wird vorgeworfen, Weihnachten 2017 seine Ehefrau getötet zu haben.

Der Angeklagte wird von Justizbeamten in den Verhandlungssaal des Landgerichts geführt.

Er soll seine Frau im Schlaf erstickt und ihre Leiche im Garten vergraben haben. Fast drei Monaten dauert der Prozess.

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16. November 2018, 14:46 Uhr

Lübeck | Der Mordprozess gegen einen Mann, der seine Frau getötet und im Garten vergraben haben soll, neigt sich seinem Ende zu. In seinem Plädoyer forderte Staatsanwalt Nils-Broder Greve am Freitag lebenslange Haft wegen Mordes für den 40 Jahre alten Angeklagten. Auch der Nebenklagevertreter schloss sich diesem Antrag an.

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Die Verteidigung dagegen wertete die Tat als Totschlag und forderte eine angemessene Strafe. Ein konkretes Strafmaß beantragten die beiden Verteidiger nicht. 

Frau im Schlaf erstickt

Dem Angeklagten wird vorgeworfen, in Wulfsdorf bei Scharbeutz im Kreis Ostholstein in der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember 2017 seine Ehefrau im Schlaf erstickt und die Leiche im Garten vergraben zu haben. Wegen der sorgfältig geplanten Tat und dem skrupellosen Verhalten danach – schon am nächsten Tat warf er Kleidung und Hygieneartikel seiner Frau in den Müll – forderte der Staatsanwalt außerdem, die besondere Schwere der Schuld festzustellen. Das würde die Entlassung des Angeklagten aus der Haft nach 15 Jahren erschweren.

Er wollte mit seiner Geliebten zusammen sein

Der 40-Jährige hatte die Tat zwar im Gespräch mit einer psychiatrischen Sachverständigen gestanden. Danach soll er seine Frau getötet haben, nachdem sie ihn zuvor verspottet und beleidigt hatte. „Diese Darstellung ist aber von Zeugen und durch die Auswertung von Chat-Protokollen widerlegt worden“, sagte Greve. Der Angeklagte habe vielmehr seine Ehefrau planvoll getötet. „Er wollte mit seiner damaligen Geliebten leben und seine Frau stand diesem Vorhaben im Weg“, sagte der Staatsanwalt. Die Geliebte, die inzwischen zu ihrem Ehemann zurückgekehrt ist, war bereits am Tattag bei ihm eingezogen. Der 40-Jährige hatte ihr und seinem gesamten Umfeld erzählt, seine Frau sei zum Arbeiten in die Schweiz gefahren.

Angeklagter wurde von seiner Geliebten unter Druck gesetzt

Arbeitskollegen, denen das komisch vorkam, meldeten die Frau als vermisst und brachten damit die Ermittlungen ins Rollen. Die von der Staatsanwaltschaft ins Feld geführten Mordmerkmale der Heimtücke und der niedrigen Beweggründe sah die Verteidigung dagegen nicht. Der Angeklagte habe unter erheblichem Druck von seiner Geliebten gestanden, die die Trennung von seiner Ehefrau gefordert habe, sagten die Verteidiger. Die Tötung seiner Frau und das Vergraben der Leiche im Garten seien Panikreaktion gewesen. Das Urteil soll am 26. November (8.30 Uhr) verkündet werden.

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