Zwischen Kappeln und Haderslev : Mit Volldampf über die Grenze

Viel bewundert: die Kappelner Museumsbahn. Die Ähnlichkeit der Fahrzeuge erklärt sich daraus, dass beide Vereine skandinavisches Material einsetzen. Foto: ami
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Viel bewundert: die Kappelner Museumsbahn. Die Ähnlichkeit der Fahrzeuge erklärt sich daraus, dass beide Vereine skandinavisches Material einsetzen. Foto: ami

Museumsbahner in Kappeln und Hadersleben suchen Wege zur Kooperation / Skandinavische Fahrzeuge auf den Gleisen

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16. Oktober 2012, 06:26 Uhr

Kappeln/Hadersleben | Unter Dampf über die deutsch-dänische Grenze - dies könnte bald Wirklichkeit werden, denn die Angelner Dampfeisenbahn in Kappeln und die Veteranenbanen Haderslev-Vojens haben Gespräche über eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit aufgenommen. Die ersten Kontakte knüpfte eine Delegation, die vom Vorsitzenden des Fördervereins der Angelner Dampfeisenbahn Hans Henningsen geleitet wurde, in Hadersleben. In dem Gespräch bekannte sich der Vorsitzende der Veteranenbanen Haderslev-Vojens, Torben Thy, zur Zusammenarbeit mit der Angelner Eisenbahn, denn für die dänischen Museumsbahner sei "unsere Region ein gemeinsamer Landesteil".

Ideen, wie die Zusammenarbeit über die Grenze gestaltet werden kann, skizziert der Geschäftsführer der Angelner Dampfeisenbahn, Iver Andreas Schiller. So könne man sich gut vorstellen, dass Lokomotiven und Reisezugwagen der Angelner Dampfeisenbahn auch auf der Hausstrecke der Veteranenbanen zwischen Haderleben und Woyens eingesetzt werden. Außerdem regte Torben Thy an, zu prüfen, wie ein grenzüberschreitender Dampfzugverkehr zwischen Kappeln-Süderbrarup und Hadersleben technisch organisiert werden könne. Dies würde zu einer Belebung des Tourismus beitragen, Gäste aus Deutschland nach Dänemark bringen sowie Gäste aus Skandinavien nach Angeln.Die dänischen Eisenbahnfreunde haben in zwei Jahren bis Sommer 2011 die Eisenbahnstrecke zwischen Haderleben und Woyens aus siebenjährigem Dornrößchenschlaf zu neuem Leben erweckt. Den Stellenwert der dänischen Museumsbahn unterstrich zur Einweihung der Strecke im Juli 2011 der aus Kopenhagen angereiste dänische Transportminister.

Dass die beiden Vereine gut zusammen passen, unterstreicht Iver Andreas Schiller, da die Angelner Dampfeisenbahn bereits jetzt durch ihre skandinavischen Fahrzeuge unter den Museumseisenbahnern den Ruf hat, Dänemarks südlichste Museumsbahn zu sein.

Es war ein Berg von Arbeit, den die Hobbyeisenbahner des Vereins "Haderslev-Vojens-Banen" bewältigen mussten. Allerdings hatten sie im Vergleich zu vielen anderen Museumsbahnern das Glück, dass die historische Strecke, die sie ins Visier genommen hatten, niemals abgerissen worden war. Sicher, der Betrieb war eingestellt und Grünzeug eroberte den Bahndamm zurück, aber nach dessen Rodung war Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Viel Mühe kostete es auch, die Waggons der einstigen Bahn, die neue Verwendung als Schuppen und Hütten in Gärten und auf Höfen gefunden hatten, den Eigentümern wieder abzuringen und sie einsatzfähig aufzuarbeiten.

Zwischen Kappeln und Süderbrarup fährt auf der Strecke der ehemaligen Schleswiger Kreisbahn an den Wochenenden der historische Zug der Angelner Dampfeisenbahn. Er besteht aus aufgearbeiteten skandinavischem Waggons und wird von einer kleinen dänischen Dampflok gezogen. An einer weiteren Dampflokomotive läuft zur Zeit die Aufarbeitung. Die Bahn-Touren wurden erfolgreich durch Schifffahrten auf der Schlei mit einem Raddampfer erweitert. Durch Direktvermarktung vor allem bei Busreise-Unternehmen konnte die Museumsbahn eine stolze Steigerung der Besucherzahlen erreichen.

Iver Andreas Schiller verweist darauf, dass gegenseitige Besuche mit Dampfzügen in Hadersleben und Kappeln hervorragend zu einer touristischen Erschließung der Region mit Museumszügen passen würde. Dazu gehörten auch Fahrten per Zug an den Flensburger Hafen mit seinen Sehenswürdigkeiten.

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