Lübeck : Missbrauchsvorwürfe beim Weißen Ring: Viele Fälle eingestellt

Von den vielen Vorwürfen gegen den Lübecker werden noch acht geprüft.

Von den vielen Vorwürfen gegen den Lübecker werden noch acht geprüft.

In vielen Fällen ließ sich der Anfangsverdacht gegen Detlef H. nicht erhärten. Sieben Vorwürfe werden noch geprüft.

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13. Juli 2018, 10:03 Uhr

Lübeck | Bei den Ermittlungen gegen Detlef H. (73) hat die Staatsanwaltschaft in 29 Fällen geprüft, ob sich der ehemalige Leiter des Weißen Rings in Lübeck an Frauen vergriffen hat. Ergebnis: Der größte Teil der Vorwürfe wird nicht mehr verfolgt. Das hat die Lübecker Staatsanwaltschaft am Donnerstag bestätigt. Sprecherin Ulla Hingst sagte: „In neun Fällen gab es keinen Anfangsverdacht und 13 Fälle wurden eingestellt, weil sich ein Anfangsverdacht nicht erhärten ließ.“

Von den sieben verbliebenen Vorgängen liegen Rechtsanwalt Oliver Dedow drei Akten vor. Er erklärte am Donnerstag, es gehe dabei um „zwei Kussversuche“, die als sexuelle Nötigung gewertet würden, und das Auflegen der Hand auf den Oberschenkel einer Frau, was als fahrlässige Körperverletzung eingestuft worden sei. „Die drei Tatvorwürfe entsprechen nicht der Realität“, betonte Dedow.

Die meisten Fälle ereigneten sich vor der Sexualstrafrechtsreform im November 2016. Erst seitdem ist sexuelle Belästigung strafbar. Zuvor galten solche Taten als Beleidigung, die binnen drei Monaten hätten angezeigt werden müssen.

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