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Nordkirche in Ahrensburg : Missbrauchsskandal: Experten präsentieren Aufarbeitung

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Ein Missbrauchsskandal erschütterte vor vier Jahren die Nordkirche. Ein Ahrensburger Pastor hatte sich jahrzehntelang an Jugendlichen vergriffen. Jetzt präsentiert eine Kommission ihre Ergebnisse der Aufarbeitung.

Ahrensburg | Nach zwei Jahren präsentieren Mitglieder einer unabhängigen Expertenkommission am Dienstag in Hamburg ihre Ergebnisse zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der evangelischen Nordkirche. Im Mittelpunkt stehen vor allem die Vorfälle in der Kirchengemeinde Ahrensburg (Kreis Stormarn), wo sich ein Pastor jahrzehntelang an Jugendlichen vergriffen hat. „Wir brauchen unbedingt mehr Einsichten, wie ein ganzes System Missbrauch entstehen und sich über Jahre halten konnte“, hatte Hamburgs Bischöfin Kirsten Fehrs im Vorfeld gefordert.

Ein Pastor hatte in einer Kirchengemeinde in Ahrensburg über 20 Jahre lang mindestens ein Dutzend Jungen und Mädchen missbraucht. Die Fälle gelangten erst 2010 in die Öffentlichkeit. Der Mann ging straffrei aus, seine Taten waren verjährt. Infolge des Skandals war die Hamburger Bischöfin Maria Jepsen zurückgetreten. Für die Aufklärungsarbeit stellte ihre Nachfolgerin Fehrs eine von der Nordkirche finanzierte, aber unabhängige Gruppe aus insgesamt vier Juristen und Traumatherapeuten zusammen. Die Expertenkommission sollte unter anderem rechtlich klären, wie Seelsorger bei Gewalttaten von ihrer Schweigepflicht entbunden werden können. „Viele Gewaltopfer haben sich in ihrer Not an Seelsorger gewendet, aber diese haben es hilflos abgewehrt, es nicht geglaubt oder konnten es nicht aushalten“, hatte Fehrs vor der Landessynode Anfang des Jahres gesagt.

Eine zweite Kommission hat mittlerweile individuelle Unterstützungsleistungen für die Opfer entwickelt. Diese reichen von Beratungen mit persönlichen Lotsen über Finanzierungen von beruflichen Neustarts, Ausbildungen oder Zusatz-Therapien.

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erstellt am 14.Okt.2014 | 06:42 Uhr

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