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Schleswig-Holstein : Milder Herbst im Norden: Jetzt kommt der Sturm

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Hohe Temperaturen bescheren Schleswig-Holstein einen goldenen Herbst. Ex-Tropensturm „Kate“ bringt jetzt Schauer, Gewitter und Sturmböen in den Norden.

shz.de von
erstellt am 13.Nov.2015 | 16:54 Uhr

Neumünster | Laubwälder in den Farben Hellgrün über Gelb bis Rot – und bislang kaum ein braunes Blatt. Einen besonders farbenprächtigen, andauernden und lebendigen Herbst erleben die Menschen in diesem Jahr in Schleswig-Holstein. „Das ist so – und vor acht Wochen hätten wir das noch anders eingeschätzt“, bestätigt Jens Bosse, Sachgebietsleiter für biologische Produktion bei den Landesforsten in Neumünster.

So fallen mancherorts die Eicheln erst vier Wochen später als gewöhnlich von den Bäumen. Auch das Pflanzen von Jungbäumen sei jetzt erst in Gang gekommen. „Das hätte eigentlich schon vor zwei bis drei Wochen beginnen sollen“, sagt Bosse. Aber dafür seien die jungen Triebe noch nicht genügend ausgehärtet gewesen.

Die Ursache liegt in der Witterung – und die ist für die Jahreszeit zu warm. Sommerliche 17,1 Grad Celsius und damit bisher die Spitzenwerte in diesem November verzeichnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor sechs Tagen in Quickborn im Kreis Pinneberg und in Grambek im Kreis Herzogtum Lauenburg. Die bislang höchste November-Temperatur in Schleswig-Holstein wurde nach Angaben von DWD-Sprecher Andreas Friedrich am 1. November 1968 gemessen: Damals kletterte das Thermometer in Grambek sogar auf 19,9 Grad Celsius.

Darauf jedoch besteht zwar keine Aussicht mehr – aber frühwinterliche Kälte wird sich im Norden deshalb noch lange nicht einstellen. So ist zunächst eine „ganze Armada von Tiefdruckgebieten unterwegs“, wie es der DWD-Meteorologe Jens Hoffmann beschreibt. Schon heute werde das Sturmtief „Frank“ zwischen Island und Norwegen „die Regie übernehmen“. Schleswig-Holstein bekommt davon bereits vom Nachmittag an alles ab, was die Nordmänner gewohnt sind: Schauer, Gewitter, Sturmböen – „aber mit Temperaturen um die zehn Grad bleibt es immer noch relativ mild“, sagt DWD-Sprecher Friedrich. Die Sonne indes lugt nur noch selten aus den Wolken.

Die Flensburger Förde in herbstlicher Abenddämmerung.

Die Flensburger Förde in herbstlicher Abenddämmerung.

Foto: Gerrit Hencke
 

Zwischenzeitlich rast bereits der Ex-Tropensturm „Kate“ als weiteres kräftiges Tief heran und traktiert Schleswig-Holstein von Sonnabend auf Sonntag erneut mit viel Wind, an den nordfriesischen Inseln auch mit  Sturmböen, aber vor allem mit viel Regen: „Bis zu 30 Liter pro Quadratmeter“, sagt Friedrich. Die Temperaturen bleiben jedoch mit zehn bis zwölf Grad Celsius gemäßigt.

„Ex-Kate“ setzt sich laut DWD anschließend zwischen Island und Schottland als „steuerndes Tief“ fest, wird aber, so Diplom-Meterologe Jens Hoffmann, „nie wirklich kalte Luft vom Atlantik nach Deutschland lenken“.

So bleibt es mild in diesem Herbst – auch wenn die Sturmböen das farbenfrohe Bild aus Schleswig-Holsteins Wäldern jetzt wegpusten werden. Nicht aber aus der Erinnerung: „Es war schön, das ausgehende Vegetationsjahr zu beobachten“, sagt  Förster Jens Bosse.   

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