Förde-Meierei Steinbergkirche : Milchproduktion in einem innovativen Gebäude

Die Meiereihalle mit ihren Glasfronten hob sich markant von anderen Firmenbauten ihrer Zeit ab. Fotos: Lempelius
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Die Meiereihalle mit ihren Glasfronten hob sich markant von anderen Firmenbauten ihrer Zeit ab. Fotos: Lempelius

Die Förde-Meierei in Steinbergkirche wurde von dem Architekten Dipl.-Ing. Claus Lempelius entworfen. Es war eines seiner Lieblingsprojekte.

shz.de von
28. Juni 2011, 10:53 Uhr

Steinbergkirche | In dem Projekt konnte Lempelius die Idee der Hallenbauweise für Meiereien umsetzen. Er starb am 15. Juni 2011 im Alter von 87 Jahren.
Im Dezember 1959 haben die Genossenschaftsmeiereien Gintoft, Steinberg, Niesgrau, Westerholm und Kalleby eine gegenseitige Fusion zum Bau der "Förde-Meierei Steinbergkirche e.G.m.b.H./ Angeln" beschlossen. Bis zur Fertigstellung des Neubaus produzierten die Meiereien weiter. Ab dem 26. Juni 1960 wurde die Milch an den neuen Betrieb geliefert, die einzelnen Meiereien stillgelegt.
Vorausschauende Bauweise ermöglichte vielseitige Verwendung
Die treibende Kraft war J.M. Petersen aus Gintoft, der Vorstandsvorsitzender war. Heinrich Büll aus Gintoft wurde als Betriebsleiter der neuen Meierei bestellt. Beide haben in ihren Funktionen bis zur Fusion mit der Zentralmeierei Kappeln gearbeitet.
Im ersten Jahr des Bestehens wurden 7,9 Millionen Kilogramm Milch von 233 Lieferanten verarbeitet. Die Betriebe Quern (1962), Nieby, Lehbek, Ahneby und Gelting (1965), sowie die Meierei Sterup (1969) schlossen sich der Förde-Meierei an. Somit gab es 1965 insgesamt 350 Mitglieder mit 4108 Kühen. 1969 wurden in Steinbergkirche 15,9 Millionen Kilo Milch verarbeitet.
Der von den Verbänden gewünschte Strukturwandel der Milchwirtschaft führte für die Förde-Meierei zur Fusion mit der Zentral-Meierei in Kappeln (ZMK) zum 30. Juni 1971. Da in Kappeln noch maschinelle Nachrüstungen erforderlich waren, erfolgte die Stilllegung zum 31. August 1972. Der Kostenaufwand für den Neubau der Förde-Meierei betrug 1,6 Millionen DM und wurde als "förderungswürdig" eingestuft. Bereits nach zehn Jahren Betriebszeit wurde dieser moderne Meiereibetrieb zu Gunsten der ZMK geschlossen.
Die vorausschauende Bauweise ermöglichte eine vielseitige Verwendung des Betriebes. Am 1. September 1974 wurde der Betrieb an die "VAKU-Hähnchen GmbH & Co", Flensburg verkauft. Seit 1975 wurden dort Vakuum verpackte Geflügelprodukte und Fleischspezialitäten hergestellt.
(shz)

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