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Aktionsplan gegen Meeresverschmutzung : Mikroplastik, Gülle, Schiffsabgase: Warum die Grünen jetzt das Ruder drehen wollen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Meeresschutz ist auf der politischen Agenda immer weiter nach unten gerutscht. Die Grünen wollen mit einem Aktionsplan das Thema wieder populär machen.

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2017 | 17:24 Uhr

SH liebt seine Meere - doch die Menschheit geht nicht gut mit ihnen um. Die Grünen wollen einen besseren Schutz der Meere ganz weit oben auf die Tagesordnung setzen. „Das Thema muss einen höheren Stellenwert haben“, sagt Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck. Er veröffentlicht am Freitag mit der Bundestagsfraktionsvorsitzenden Katrin Göring Eckardt einen „Aktionsplan“ mit Forderungen an die künftige Bundesregierung.

Die Meeresverschmutzung wirkt sich auf weite Teile des Ökosystems und auch auf den Menschen aus. Wer beispielsweise Fisch isst, konsumiert auch Plastik-Nanopartikel. Welche Gefahr von den Chemikalien ausgeht, die aus dem Mikroplastik austreten, ist unklar.

„Wenn wir so weiter machen wie bisher, gibt es bis 2050 mehr Plastikmüll als Fische im Meer“, warnen die Grünen-Politiker in dem Papier, das shz.de vorab vorliegt. Göring-Eckardt nennt den Meeresschutz „die größte ökologische Herausforderung unserer Zeit“. Nötig seien „endlich eine nachhaltige Landwirtschaft, ein Ende des Mikroplastiks in Kosmetika, Erholungszonen für Fischbestände und saubere Antriebe für die Schifffahrt“.

So tritt das Grünen-Duo dafür ein, dass die europäische Schifffahrt binnen 20 Jahren auf erneuerbare Energien umstellt. Für Dünger brauche es Grenzwerte, „die sich am Bedarf der Pflanzen orientieren und nicht daran, wie viel Gülle da ist“. Ein weiterer Kernpunkt des Aktionsplans ist ein globales Abkommen zur Reduzierung von Plastikmüll mit Strafmechanismen für Anrainer und Schifffahrt. Der Bund müsse sich dafür ebenso einsetzen wie für einen neuen Rechtsrahmen zu Gunsten großflächiger Schutzgebiete auf hoher See. Zugleich müsse Berlin die vorhandenen Schutzgebiete in Nord- und Ostsee auch als solche behandeln, etwa durch niedrigere EU-Fangquoten oder einen Stopp von Baggerungen.

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