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Schleswig-Holstein

23. Oktober 2017 | 06:32 Uhr

Miese Geschäfte mit Welpen

vom

Ein Paar aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg soll zu kleine und kranke Hundebabys im Internet verkauft haben

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Ratzeburg | Ein Paar aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg hat Welpen, die erst sechs Wochen alt und krank waren, offenbar in betrügerischer Absicht über das Internet verkauft, so die Polizei. Die 37-jährige Frau und der 39-jährige Mann sollen über Kleinanzeigen auf einem Online-Portal junge Hundewelpen, hauptsächlich der Rassen Chihuahua und Shi-Tzu, zu einem Preis angeboten haben, der deutlich unter dem in Züchterkreisen üblichen Marktwert lag. Für einen Hund verlangten sie durchschnittlich etwa 200 Euro. Die Übergabe der Welpen erfolgte meist auf Großparkplätzen von Verbrauchermärkten.

Die Welpen hatten entgegen der Angaben in den Annoncen allerdings nicht das erforderliche Mindestalter von neun Wochen für die Trennung von der Mutter und waren in einem schlechten Gesundheitszustand. Das Pärchen "versicherte" den Käufern, dass die Tiere zwar noch nicht geimpft, aber vollkommen gesund wären, teilt die Polizei mit.

Im Juni und Juli hatte Käufer der Welpen auf mehreren Polizeidienststellen in Schleswig- Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sechs Strafanzeigen erstatteten. In fünf der sechs Fälle waren die Welpen schon wenige Tage nach dem Kauf gestorben. Obwohl alle Käufer die Hunde noch zu einem Tierarzt brachten, war deren Gesundheitszustand vorher offenbar schon so schlecht, dass sie nicht mehr gerettet werden konnten. Nur einem einzigen Welpen gelang es, dank einer intensiven ärztlichen Behandlung, zu überleben.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei in Ratzeburg führten zu dem Paar aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Bei der Durchsuchung ihres Wohnhauses in der Nähe der Domstadt fand die Polizei am vergangenen Donnerstag zwei kleine, etwa fünf bis sechs Wochen alte Welpen, die möglicherweise verkauft werden sollten, und diverse blanko Hundepässe. Es besteht außerdem der Verdacht, dass die Welpen aus dem Ausland eingeführt wurden. Die Veterinärin des Kreises ordnete für die Hunde eine Quarantäne an. Derzeit werden die Welpen im Möllner Tierheim versorgt.

Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Betrugs und Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die Polizei schließt nicht aus, dass weitere Personen von dem Paar einen jungen und kranken Welpen gekauft haben und bittet mögliche weitere Geschädigte, sich mit ihr unter (04541)8090 in Verbindung zu setzen.

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