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Migrationsbericht 2012 : Zuwanderer: Hamburg viel beliebter als SH

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Die Einwanderung nach Deutschland ist 2012 auf den höchsten Stand seit 1995 gestiegen. In Schleswig-Holstein wollen die Migranten weder rein noch raus.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 12:44 Uhr

Berlin/Kiel | Es ist der höchste Stand seit 19 Jahren: Nach dem am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossenen Migrationsbericht sind die Zuzüge nach Deutschland im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um 13 Prozent auf 1,08 Millionen angewachsen. 2011 war die Millionen-Marke knapp verpasst worden – damals waren es 960.000.

Auch nach Hamburg und Schleswig-Holstein kamen 2012 wieder mehr Zuwanderer. In die Hansestadt zogen 32.412 Menschen, davon waren 88,8 Prozent Ausländer. Schleswig-Holstein lockte 21.188 neue Einwohner, davon waren 83,6 Prozent Ausländer. Der durchschnittliche Anteil an ausländischen Zuzügen beträgt 89,4 Prozent.

Interessant am Migrationsbericht sind auch die Zuwanderungsquoten der Bundesländer (Zuzüge pro 1.000 Einwohner). Dabei werden nur Wanderungen über die Außengrenzen Deutschlands berücksichtigt, Umzüge zwischen den Bundesländern bleiben außen vor. In der Auflistung liegt Hamburg (18,9) nach Berlin (23,2) auf Rang 2. Ähnlich beliebt sind Baden-Württemberg (18,2), Bremen (17,8) und Bayern (17,1). Der Anteil der Zuzüge pro Kopf in Schleswig-Holstein (7,6) beträgt hingegen nur knapp die Hälfte des Bundesschnitts. Damit liegt das nördlichste Bundesland im hinteren Mittelfeld und auf dem letzten Platz der westdeutschen Länder. Geringere Zuzugszahlen haben nur die neuen Bundesländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

Die höchsten Abwanderungsquoten (Fortzüge pro 1.000 Einwohner) im Jahr 2012 wurden ebenfalls in Berlin, Hamburg und Baden-Württemberg gemessen. Die niedrigsten wurden in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet. Schleswig-Holstein belegt auch in dieser Rangfolge den letzten Platz unter den westdeutschen Bundesländern.

Abzüglich der Fortzüge ergibt sich für Deutschland 2012 ein sogenannter Wanderungsgewinn von rund 370.000 Personen. 2011 waren es 280.000. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte dazu: „Wir alle wissen, dass Deutschland auch auf Fachkräfte aus dem Ausland angewiesen ist.“ Die Zahlen belegten, dass Deutschland für die Zuwanderung attraktiv sei und die Weichen für den Zuzug von Fachkräften richtig gestellt seien.

Rund 620.000 der Zuwanderer waren 2012 Bürger der Europäischen Union (EU), etwa 340.000 wanderten aus Drittstaaten zu. Der Rest waren Deutsche. Von den Zuwanderern aus Drittstaaten kamen etwa 18 Prozent aus familiären Gründen, 16 Prozent für Studium, Ausbildung oder Schulbesuch. 13 Prozent wollten eine Arbeit aufnehmen, 16 Prozent kamen aufgrund eines Asylverfahrens oder aus humanitären Gründen.

 

Den Migrationsbericht hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Internet veröffentlicht.

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