Zuwächse und Trennungen

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12. Januar 2013, 01:14 Uhr

Alexander Bommes ist der Shooting-Star der deutschen Moderatoren-Zunft. Zusätzlich zum "Hamburg-Journal" übernahm der 36-Jährige gerade die "NDR-Quizshow", die er morgen moderieren wird. Auch die ARD-Granden sind längst auf den spitzfindigen Typen mit der markanten Nase und der herrlich spröden Mundart aufmerksam geworden. "Er ist im ARD-Sport der Aufsteiger der Saison", adelte ihn Sportschau-Chef Steffen Simon. Auch der "Sportschau Club" und "Boxen im Ersten" stehen künftig unter Bommes Fittichen, der zudem gerade frisch aus Barcelona über die Handball-WM berichtet. Selten lobe ich einen Kollegen so gerne, doch der Mann ist einfach klasse. Läuft man ihm bei einem Termin mal über den Weg, ist er extrem nahbar und nett. Der ehemalige Handball-Profi und gebürtige Kieler ist damit die norddeutsche Antwort auf die oft von Eitelkeiten durchtränkte Moderatoren-Zunft. Auch in der Liebe hat Bommes Glück, ist mit der Moderatoren-Kollegin Julia Westlake (unter anderem NDR-"Kultur-Journal") liiert. Das Rundfunk-Paar hat einen dreijährigen Sohn. Nun bestätigten sie, erneut Eltern zu werden. Toi, toi, toi. Die Zeiten des Honeymoons sind für die van der Vaarts längst vorbei. Neuester Akt in der niederländischen Seifenoper: Rafa hat sich für 4500 Euro Kaltmiete in Winterhude eine Maisonette-Wohnung angemietet. Sylvie geistert derweil durch die Klatschspalten der People-Hefte wie "Grazia" und "Gala" und verkündet wahlweise, schwer mitgenommen zu sein von der Trennung, oder dass sie ihn doch noch liebe. Frei nach dem Motto: Welches Puderdöschen Emotion zücke ich denn heute mal. Dabei wird das Wichtigste in diesem Possenspiel ausgeblendet: Hat er ihr jetzt eine gefunkt oder nicht? Dann könnte man wenigstens die von der Linken-Politikerin Kersten Artus befeuerte Debatte weiterverfolgen, die ein Spiel Sperre oder eine Spende an ein Frauenhaus wegen "häuslicher Gewalt" forderte. Daraufhin erreichte Artus im Internet diese Woche ein regelrechter "Shitstorm" von Van-der-Vaart-treuen HSV-Fans. Irgendwie ist dieser Januar extrem ruhig, und nun wird mir auch klar, warum: Zum ersten mal nach 25 Jahren gibt es keinen Hamburger Hallencup mehr. Das Turnier, 1987 unter dem Namen Ratsherrn-Cup gestartet und seitdem mit prominenter Besetzung in der Alsterdorfer Sporthalle ausgetragen, fand im vorigen Jahr sein jähes Ende. Sogenannte Anhänger verschiedener Lager, vor allem jene vom VfB Lübeck und des FC St. Pauli, gingen aufeinander los. Die traurige Bilanz: 90 Verletzte, 74 Personen wurden in Gewahrsam genommen. Das Turnier wurde abgesagt. Nun haben die Organisatoren des Cups, die Sport Peterson Event GmbH, Insolvenz angemeldet. Geschäftsführer Peter Sander hatte darauf gehofft, dass der Hamburger SV den Fehlbetrag mit einer Freundschaftspartie einspielt. Wegen Terminproblemen hat sich diese Lösung aber zerschlagen. Am Rande sei erwähnt, dass sich dafür die Freizeitkicker von Hottentottenham einmal die Woche sonntags in der Halle Altonaer Straße nach vier Jahren Abstinenz wieder treffen. Gefahr geht von den Mitvierzigern mit Bierbäuchen und müden Knochen nicht (mehr) aus.

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