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Zum Abschied in eine dänische Kleinstadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

California Dream heißt eine Motorradreise für Leser: Auf einer Harley-Davidson geht es von Los Angeles zu den Nationalparks in der Sierra Nevada, nach San Francisco und auf dem berühmten Highway 1 an der Pazifik-Küste zurück. Redakteur Rolf Blase war dabei.


Das war’s. Die Harleys stehen wieder beim Verleiher. Die Motorradklamotten liegen bereit, um in den Koffer verstaut zu werden, morgen ist kein Wecken, kein Anziehen, kein Abfahren. Der letzte Tag hätte richtig schief gehen können. Die Straßen waren nass, der Himmel wolkenverhangen, und für Santa Barbara lag die Regenwahrscheinlichkeit bei 70 Prozent.

Pulli drunter, Regensachen drüber: Bei feuchtkaltem Wetter ging es zuerst nach Solvang. Die Kleinstadt wurde vor 100 Jahren von dänischen Pädagogen gegründet und in dem typischen Fachwerkstil erbaut. Die Bäckereien, Restaurants und Geschäfte heißen Olsen, Mortensen oder Jensen, und die „Dänische Hauptstadt von Amerika“ ist zur Touristenattraktion geworden. Da konnte das nordische Wetter nicht schaden.

Anders als im mondänen Bade- und Shoppingort Santa Barbara, wo der blaue Himmel nun mal zu den Palmen und zum Strand gehört. Heute nicht, und die Abfahrt war feucht. Zum Glück wehte vom Pazifik ein ordentlicher Wind, der die Wolken ins Landesinnere trieb. Es blieb bei leichtem Nieselregen ab und zu. Die Strände am Küsten-Highway waren allerdings menschenleer, auch in Malibu, wo Bay-Watch gedreht wurde und die Reichen wohnen. Lediglich Surfer im Neopren-Anzug waren zu sehen, und selbst in LA regnete es. Glücklicherweise nur während des Tankens, was bei gut 30 Motorrädern fast 30 Minuten dauert. So kamen alle trocken und im Gefühl an, auch heute so viel Glück gehabt zu haben wie in den vergangenen acht Tagen der Tour.

„Geschafft“ freute sich Karl, mit 76 der älteste, als er nach gut 1225 Meilen zum letzten Mal von seiner Harley stieg. Natürlich hat nicht alles geklappt, war nicht alles perfekt, konnten es die Guides nicht jedem immer recht machen, aber die Gruppe hat funktioniert, und die drei haben versucht, aus jeder Situation des Beste zu machen. Und das ist ein harter Job, der nicht erst morgens mit dem Abfahren beginnt und abends mit dem Ankommen am Hotel noch längst nicht getan ist. Die Nordlichter erwiesen sich aber als pflegeleichte Spezies. „Vielen Dank für eure Disziplin. Ihr habt es uns wirklich leicht gemacht“, bedankte sich Christian im Namen der drei bei den Teilnehmern, die das Lob gern zurückgaben. Mehr als das: Einige haben die nächste Tour bereits im Auge. Grand Canyon, Vegas, Death Valley oder lieber Rocky Mountains? Es gibt noch viel zu erfahren.

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erstellt am 11.Okt.2013 | 12:46 Uhr

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