Projekt gegen Katzenelend : Zu wenig Geld für Katzenkastration in SH

Nur ganz junge Katzen, die in freier Wildbahn gefangen werden, können noch in Tierheimen wie hier in Itzehoe aufgenommen werden – alle anderen werden nach der Kastration wieder ausgesetzt.
Nur ganz junge Katzen, die in freier Wildbahn gefangen werden, können noch in Tierheimen wie hier in Itzehoe aufgenommen werden – alle anderen werden nach der Kastration wieder ausgesetzt.

Freilebende Katzen werden zum Problem. Die Gelder für das Kastrationsprojekt gegen Katzenelend sind bereits fast aufgebraucht.

Kay Müller von
18. Dezember 2014, 10:33 Uhr

Zu zähmen sind sie nicht – die rund 75.000 wild lebenden Katzen in Schleswig-Holstein. Aber zu kastrieren. Deshalb hat das Land ein bundesweit einzigartiges Projekt aufgelegt, dass es Tierschützern erleichtern soll, die Ausbreitung des Katzenelends zu bekämpfen. 150.000 Euro hat das Land gemeinsam mit weiteren Organisationen bereit gestellt, um bis zum Ende des kommenden Jahres 5000 Tiere zu kastrieren. Dafür sind drei Aktionszeiträume geschaffen worden, der erste ist bereits abgeschlossen. Und schon jetzt sagt der Vorsitzende des Landestierschutzbundes, Holger Sauerzweig-Strey: „Wir könnten rund doppelt so viele Katzen kastrieren. Doch dafür brauchen wir neues Geld.“

Denn schon nach vier Wochen sind nach Angaben des zuständigen Landwirtschaftsministeriums 2418 Katzen in Schleswig-Holstein kastriert worden. Und vermutlich werden die Tierärzte in den kommenden Wochen weitere Kastrationen abrechnen. „Wir sind beeindruckt, wie gut das Projekt angenommen wurde“, sagt die Staatssekretärin im Ministerium, Silke Schneider. „Mit Hilfe von Zuschüssen aus einem Fonds und Honorarverzicht durch die teilnehmenden Tierärzte in Schleswig-Holstein wurde dies möglich.“

Rund 65 Prozent der Tiere, die kastriert wurden, seien von Tierheimen und Tierschutzvereinen zu Tierärzten gebracht worden. Insgesamt wurden rund 177.000 Euro aus dem Fonds gezahlt, der Honorarverzicht der Tierärzte belief sich auf rund 61.000 Euro.

Im Herbst hatten sich die Tierärzte bereit erklärt, bei jeder im Aktionszeitraum kastrierten Katze, auf 25 Euro des Honorars zu verzichten. Alle Halter bekommen zusätzlich 25 Euro aus dem Fonds dazu, so dass die Kastration einer weiblichen Katze 75 statt sonst üblichen 125 Euro kostet. Bei Katzen, die aus freier Wildbahn gefangen werden, wurden die Kosten für die Sterilisation aus den Mitteln des Fonds beglichen, ebenso wie bei Katzen von Hartz IV-Empfängern.

„Dass die Menschen die Aktion so annehmen, war nicht zu erwarten“, sagt Holger Sauerzweig-Strey, der auch Vorsitzender des Tierschutzbundes in Itzehoe ist. Im dortigen Tierheim hat Leiterin Claudia Danckers über 70 Tiere aus dem gesamten Kreis Steinburg kastriert. „Wir haben einige neue Fallen gekauft und wissen jetzt auch besser, wie und wo wir wild lebende Tiere fangen können.“ Sie glaubt, dass es möglich sein könnte, an manchen Tagen bis zu 20 Tiere zu kastrieren. „Das wäre dann ein erster größerer Schritt, um das Katzenelend einzudämmen.“ Allerdings bringe das dann auch die Tierheime an die Belastungsgrenze. Die denken allerdings langfristig: Wenn mehr Katzen kastriert werden, gibt es irgendwann auch weniger Tiere, die in den chronisch überfüllten Tierheimen landen.

Doch bislang fehlt das Geld. „Wir bräuchten bestimmt nochmal rund 250.000 Euro, um die Aktion sinnvoll weiterzuführen“, sagt Sauerzweig-Strey. Das Land verweist darauf, dass es für 2015 insgesamt 65.000 Euro bereitstellt, 50.000 Euro kommen aus den Kommunen und weitere 10.000 Euro vom Deutschen Tierschutzbund. „Da mit höheren Kosten zu rechnen ist, laufen die Bemühungen, weitere Geldgeber aufzutreiben auf Hochtouren“, sagt Silke Schneider. Das Ministerium setzt daher auf Spenden. Der nächste Kastrationszeitraum beginnt am 2. Februar und dauert sechs Wochen an. Vom 1. bis 30. September 2015 gibt es eine weitere Aktion.

Das Pilotprojekt Katzenelend Schleswig-Holstein bittet um Spenden:
 

Kto-Nr: 33200558, BLZ: 218  604  18

IBAN: DE61 2186 0418 0033 2005 58 BIC: GENODEF1RHE
 

gegenkatzenelend.schleswig-holstein.de

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