Mehr Babys – ältere Mütter : Zahl der Geburten gestiegen – nur in SH nicht

In Schleswig-Holstein kamen im vergangenen Jahr 21.822 Kinder zur Welt.
In Schleswig-Holstein kamen im vergangenen Jahr 21.822 Kinder zur Welt.

In Deutschland wurden in diesem Jahr 662.685 Kinder geboren. Für den Erhalt der Gesellschaft reicht das nicht.

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09. Dezember 2014, 13:31 Uhr

Wiesbaden/Kiel | Deutschland freut sich über seine Neugeborenen. Im vergangenen Jahr erblickten 8500 Babys mehr das Licht der Welt als im Vorjahr. Damit stieg die Zahl der Geburten auf 662.685. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gestern mit.

Eine gute Nachricht in Zeiten des demografischen Wandels? Zumindest nicht in Schleswig-Holstein. Hier ist die Geburtenzahl 2013 gesunken. Nach Angaben des Statistikamts Nord wurden im vergangenen Jahr 21.822 Kinder geboren. Das waren 183 Babys weniger als noch im Vorjahr. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Sterbefälle im selben Zeitraum um 1286 auf 32.729. Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes lag in Schleswig-Holstein 2013 wie schon im Vorjahr bei 29,1 Jahren. Frauen sind damit bei der Geburt des Kindes durchschnittlich ein halbes Jahr älter als 2009.

Dennoch: Die Zahl der Geburten blieb in den vergangenen Jahren stabil. „Das ist absolut im normalen, statistischen Schwankungsbereich“, sagt Reiner Johannsen, Landesgeschäftsführer von Pro Familia in Flensburg. Seit fünf Jahren schwankt die Zahl der Geburten in Schleswig-Holstein abwechselnd knapp ober- und unterhalb von 22.000. Einen Trend kann Johannsen da nicht erkennen, aber ein Problem: Für den Erhalt der Gesellschaft müsste jede Frau durchschnittlich Mutter von zwei Kindern sein. „Davon sind wir weit entfernt. Für eine Wirtschaft, die auf dem Generationenvertrag fußt ist das nicht gut.“ Fachkräftemangel und eine gefährdete Rentenversorgung seien die Folge, weil weniger Menschen mehr erwirtschaften müssen, erklärt der Pro-Familia-Landessprecher.

Das Land schaffe familienfreundliche Rahmenbedingungen, sagt Christian Koch, Sprecher des schleswig-holsteinischen Sozialministeriums. Er verwies auf den Kita-Ausbau. Doch Pro Familia beklagt, dass vor allem für alleinerziehende Frauen die Geburt eines Kindes gleichbedeutend mit dem sozialen Abstieg sei. „Hier muss dafür gesorgt werden, dass es genügend Betreuungsangebote gibt“, so Johannsen.

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