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Wohnen am Wasser – schön und teuer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Häuserpreise in Küstennähe ziehen kräftig an / Ängste vor einer Immobilienblase sind laut LBS unnötig / Preise werden weiter steigen

Dass Sylt schon länger zu den teuersten Wohnadressen in Deutschland zählt, ist nicht neu. Die Entwicklung der vergangenen zwei Jahre halten aber selbst Immobilienexperten für „atemberaubend“.

Satte 9500 Euro kostet dort der Quadratmeter eines Ein- oder Zweifamilienhauses – 17 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Die Werte bilden freilich „nur“ einen Durchschnitt ab. Es geht auch teurer: Spitzenpreise auf der Insel liegen inzwischen bei 35 000 Euro und mehr, berichten Makler. Dafür gibt es am Festland nicht selten schon eine kleine Wohnung.

Ein Immobilienatlas der Landesbausparkasse Schleswig-Holstein/Hamburg für Inseln, Küsten und Förden belegt zudem: In fast allen Regionen am Wasser oder in Wassernähe sind die Preise für die eigenen vier Wände seit 2011 zum Teil kräftig gestiegen. Und der Trend an Nord- und Ostsee, glauben LBS-Experten, dürfte anhalten. 7400 öffentlich zugängliche Immobilienobjekte hat die Bausparkasse auswerten lassen. Genau ein einziges Eigenheim zum Preis von 650 000 Euro, also für weniger als eine Million, entdeckten die Marktforscher auf Sylt – gleichsam die „Nadel im Heuhaufen von Häusern für bis zu acht Millionen Euro“, heißt es in der Studie.

Doch nicht nur auf dem „Sondermarkt“ Sylt legten die Preise für Ein- oder Zweifamilienhäuser in den vergangenen 24 Monaten zwischen 1,8 (Hörnum) und sagenhaften 39,2 Prozent (List) zu. Auch auf den benachbarten Inseln und selbst auf dem Festland hatten Verkäufer gut lachen. Häuser auf Amrum werden heute im Schnitt um 5,2 Prozent teurer für 3805 Euro gehandelt; Eigentumswohnungen in Wyk auf Föhr zogen sogar um ein Drittel auf 4024 Euro je Quadratmeter an.

Im Sog dieser Entwicklung setzen sich auch die Preise für „Wasserlagen“ am Festland „heftig in Bewegung“, berichtete LBS-Vorstandschef Peter Magel. In Büsum etwa kostet der Quadratmeter im Bestandseigenheim heute durchschnittlich 1375 Euro und damit knapp 16 Prozent mehr als 2011. Den gleichen Sprung machte St. Peter-Ording, wo 2632 Euro erzielt werden. Der Mittelwert für Eigentumswohnungen auf Eiderstedt kletterte im selben Zeitraum um knapp ein Viertel auf 2315 Euro. Vergleichsweise moderate Aufschläge verzeichnete mit 3,5 Prozent die Region Niebüll. Hier kostet der Quadratmeter 1089 Euro.

Kaum anders verlief die Entwicklung an der Ostseeküste. Dort lag Timmendorfer Strand mit 2931 Euro vorn, gefolgt von Travemünde (2372) und Scharbeutz (2277). Zu den teureren Lagen hier gehörten Timmendorfer Strand mit 2752 Euro und Sierksdorf mit 2371 Euro, jeweils an der Lübecker Bucht, und Strande bei Kiel mit 2224 Euro. Auf Fehmarn ist ein Haus dagegen schon für durchschnittlich 1323 Euro je Quadratmeter zu haben – 6,3 Prozent mehr als 2011.

Überrascht zeigten sich Experten über das Ausmaß von Preissteigerungen. Selbst in Städten wie Eckernförde (plus 17 Prozent) und Schleswig (15,2 Prozent) legten die Preise für Immobilien deutlich zu. Und noch eines fanden die Marktforscher heraus: Wo die Preise bereits hoch sind, steigen sie mit am stärksten. Generell gilt: Wer nahe am Wasser gebaut hat, vergießt nur noch Freudentränen. Fast durchweg erhöhten sich die Immobilienpreise in den letzten zwei Jahren kräftig. Die Preisentwicklung auf Sylt nannte Magel eine „lokale Übertreibung“.

Von einer Immobilienblase könne man aber nicht einmal im Ansatz sprechen. „Die Preise in den begehrten Regionen werden noch weiter steigen.“ Die starke Nachfrage wird auch dadurch befördert, dass Vermögende ihr Geld derzeit gern in krisensicheren Immobilien anlegen und die Zinsen für Baugeld sehr niedrig sind.

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erstellt am 16.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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