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Wo Radfahrer schneller sind als Autos

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

von
erstellt am 10.Okt.2013 | 08:30 Uhr

California Dream heißt eine Motorradreise für Leser: Auf einer Harley-Davidson geht es von Los Angeles zu den Nationalparks in der Sierra Nevada, nach San Francisco und auf dem berühmten Highway 1 an der Pazifik-Küste zurück. Redakteur Rolf Blase ist dabei.

Wenn ein Norddeutscher sagt, das war gut, ist das schon das höchste Lob. Die Pazifik-Küstenstraße zwischen Monterey und der Seelöwenkolonie vor Cambria ist gut. Die während der Wirtschaftskrise der 30er Jahre gebaute Straße schlängelt sich an die Felsen, überwindet die Creeks in schönen Kurven und bietet immer wieder einen neuen Blick auf Meer und Steilküste. Fast perfekt, wenn es die amerikanischen Autofahrer nicht gäbe, denen irgendjemand beibringen muss, wie man Kurven falsch fährt. Überholen ist auf dem Highway 1 nur an wenigen Stellen erlaubt. Als Motorradfahrer ist man darauf angewiesen, dass die Autofahrer Platz machen. Einige sind so freundlich, andere nicht. Dabei müssen langsame Autos Ausweichstellen benutzen, um andere vorbei zu lassen. Eine Konzession an die vielen durchgezogenen Mittelstreifen.

Vor fast allen Kurven stehen gelbe Schilder mit 15 oder 25 mp/h (Meilen pro Stunde). Das ist keine Geschwindigkeitsbeschränkung, sondern nur eine Empfehlung, für manche aber immer noch zu schnell. Auf Bergab-Strecken sind sogar Radfahrer schneller als die Autos. Die USA sind immer noch das Land der Autofahrer, und zu Fuß gehen ist eher verpönt. Das Radfahren ist aber absolut „in“ in den Staaten. Es gibt viele Radwege und sehr häufig sieht man das Hinweisschild „Share the Road“. Auf dem Highway 1 waren mehrere Radfahrer-Gruppen unterwegs, sowohl Amerikaner als auch Touristen, die einen Zweiradurlaub mit Begleitfahrzeug gebucht hanen. Sind eben auch Biker, nur dass sie selbst treten müssen.

Und vermutlich Salat essen, während sich der Lederjackenträger nach so vielen Stunden auf dem Bock nach einem Steak sehnt. Heute war der letzte komplette Fahrtag, und heute Abend ging es gemeinsam ins Steakhaus. Und da in Amerika alles groß ist, das Motto Big bestellten sich einige Biker das Cowboy-Steak, rund 600 Gramm schieres Fleisch. Manche sind mit 500 Gramm dabei, die meisten mit 300 Gramm zufrieden. Und das Fleisch ist gut. Wie der Norddeutsche so sagt.

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