zur Navigation springen

Gesetzentwurf zum Fracking : Wo in SH nach Öl und Gas gesucht werden darf

vom

In Schleswig-Holstein wird Fracking vor allem dort kritisch gesehen, wo es Erkundungsgebiete gibt.

Das umstrittene Gas-Fracking soll in Deutschland unter strengen Auflagen zu Probezwecken erlaubt, eine spätere großflächige Förderung aber nicht ausgeschlossen werden. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf des Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministeriums. Danach soll Fracking in sensiblen Regionen wie Wasserschutzgebieten verboten werden. Zudem ist ein Verbot für Fracking bis zu einer Tiefe von 3000 Metern geplant, das aber bei grünem Licht für Erprobungsmaßnahmen aufgehoben werden kann.

Beim unkonventionellen Fracking wird mit Quarzsand und Chemikalien vermischtes Wasser unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst. Mit Hilfe von Querbohrungen wird das Gestein großflächig aufgebrochen, so dass aus feinen Rissen das dort lagernde Gas entweichen und über Bohrrohe gefördert werden kann. Das Paket der Bundesregierung zum Gas-Fracking wurde nötig, da es hierfür bisher keine gesetzliche Regelung gibt.

In Schleswig-Holstein wird die Technik vor allem dort kritisch gesehen, wo Firmen nach Öl und Gas suchen dürfen. Das sind die Erkundungsgebiete in SH:

 

In Sterup erhielt die Firma Central Anglia AS im Dezember 2013 die Erlaubnislizenz. Zwar gibt das Unternehmen an, hier nur auf konventionelle Weise nach Öl und Gas suchen zu wollen. In großen Teilen der Bevölkerung wird jedoch befürchtet, dass in Zukunft auch gefrackt werden könnte. Dies wurde in einer Einwohnerversammlung in der vergangenen Woche deutlich.

Andere Öl- und Gassucher hat die von Umweltminister Robert Habeck (Grüne) Anfang des Jahres beschlossene Erhöhung des Öl- und Gasförderzinses von 21 auf 40 Prozent abgeschreckt. Gleich drei von vier Unternehmen, die neue Ölfördergebiete im Land erkunden wollten, zogen ihre Pläne jetzt in Zweifel oder gaben die Lizenz – wie kürzlich die Firma Max Streicher – bereits zurück. Streicher wollte das Areal „Rosenkranz Nord“ in Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sondieren. Die Firmen PRD Energy lässt seine „Aufsuchungserlaubnis“ für Gebiete um Gettorf, Bad Bramstedt, Elmshorn, Schwarzenbek und Ostrohe zunächst ruhen, da nicht nur der erhöhte Förderzins, sondern auch der gefallene Ölpreis die Projekt unrentabel macht.

 

In Schleswig-Holstein wird derzeit nur Öl aus der Nordsee gefördert. Im Wattenmeer, etwa acht Kilometer vor der Küste, wird seit 1987 Erdöl auf der Bohr- und Förderinsel Mittelplate produziert. Jährlich werden rund 1,4 Millionen Tonnen des „schwarzen Goldes“ – das entspricht der Hälfte der deutschen Erdölförderung – an die Oberfläche gepumpt. Zudem gab es Bestrebungen im Gebiet Schwedeneck-See in der Kieler Bucht sowie an Land in Preetz und Plön-Ost mittelfristig Ölvorkommen konventionell auszubeuten. Diese haben ein geschätztes Gesamt-Fördervolumen von 660 000 Tonnen Öl. Neue Fördertechniken und der gestiegene Ölpreis hatten die Altfelder vorübergehend wieder attraktiv gemacht.

Die Förderung war in Preetz 1998, in Plön-Ost 1999 und in Schwedeneck-See im Jahr 2000 mangels Wirtschaftlichkeit eingestellt worden. Seit 1984 wurden laut RWE Dea allein aus dem Feld Schwedeneck-See insgesamt fast 3,5 Millionen Tonnen Öl sowie 31,5 Millionen Kubikmeter Erdölgas gefördert.

zur Startseite

von
erstellt am 02.Apr.2015 | 10:38 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen