Welle der Kritik an Reform der Lehrerbildung

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02. Juni 2014, 16:54 Uhr

Die Kritik an der von Bildungsministerin Waltraud Wende (parteilos) geplanten Reform der Lehrerbildung reißt nicht ab. „Ein so unkonkreter und schlecht fundierter Gesetzesentwurf darf unter keinen Umständen am 1. August 2014 in Kraft treten“, schreiben Lehramtsstudierende der Uni Kiel in einer Stellungnahme für den Bildungsausschuss des Landtags.

Nicht einmal die Uni Flensburg, die in einer Reihe von Fächern künftig Oberstufenlehrer ausbilden und deutlich ausgebaut werden soll, steht uneingeschränkt hinter der Novelle. Der Gesetzentwurf berge im Blick auf die zukünftigen Studierendenzahlen „erhebliche Risiken“, heißt in in dem Votum der Uni Flensburg. Intern geht die Hochschule wegen der geplanten Veränderungen in der Fächer und Studienstruktur von einem Verlust von bis 350 Studierenden aus, die entweder an die Uni Kiel oder in andere Bundesländer wechseln dürften. Das geplante Sekundarlehramt sei „eine Option“ für die künftige Lehrerausbildung in Flensburg, schreibt Uni-Präsident Prof. Werner Reinhardt. Für Flensburg wären auch stufen- und schulartgebundene Studiengänge „gangbare Wege“ in der Lehrkräfteausbildung gewesen.

Ebenso wie die Gruppe der Lehramtsstudierenden an der Uni Kiel hält der Deutsche Beamtenbund (dbb) die von der Regierung genannten Kosten für den Ausbau der Uni Flensburg für nicht nachvollziehbar. Hier gebe es weiteren Klärungsbedarf, so der dbb. Zu berücksichtigen sei auch, dass eine Anhebung der Anforderungen an die Lehrkräfte „eine Anhebung der Besoldung zur Folge haben muss.“ Dazu gebe es bisher keinerlei Aussagen.

„Aussagen der Bildungsministerin, in der heutigen Zeit bräuchte es keine Bibliotheken mehr, da sich vieles im Internet finden lassen würde, lassen uns an der Ernsthaftigkeit der Ausübung ihres Amtes zweifeln“, schreiben die Studierenden an der Uni Kiel weiter. Daneben entbehre der Entwurf „jeglicher Planung des geforderten Praxissemesters“. Studierenden liefen auf finanzielle Engpässe zu, wenn sie an Studien- und am Praktikumsort Wohnungen unterhalten müssten und ihren Nebenjob aussetzen müssten. Unklar sei zudem die Finanzierung eines landesweiten Semestertickets mindestens für den Praktikumszeitraum.

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