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Weisser Ring muss häufiger Cyber-Mobbing-Opfern helfen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Weisse Ring in Schleswig-Holstein pocht auf die Einführung eines Fachanwalts für Opferrecht. Nur so könnten Opfer von Gewalt und Kriminalität optimal bei der Wahrnehmung ihrer Rechte im Ermittlungs- und Strafverfahren unterstützt werden, sagte der Vorsitzende der Organisation, Uwe Döring gestern in Kiel.

Der frühere SPD-Justizminister legte die Jahresbilanz des Weissen Rings für 2013 vor. 160 professionell ausgebildete Ehrenamtler standen danach 1760 Kriminalitätsopfern zur Seite. Das waren 86 Fälle mehr als 2012. Döring begründete die Zunahme mit dem hohen Vertrauen in den Weissen Ring.

Bei den Delikten lagen Sexualstraftaten mit 423 Fällen auf Platz eins. Es folgten Körperverletzungen, Diebstähle und Einbrüche sowie Stalking. Als neue Form psychischer Gewalt besonders gegen junge Menschen nehme Cybermobbing stark zu, sagte Döring.

An Opferhilfen zahlte der Weisse Ring im vergangenen Jahr fast 224 000 Euro. Darunter sind gut 94 000 Euro für Beratungsschecks. Damit werden die Kosten für anwaltliche Erstberatungen ebenso beglichen wie für die erste psychotraumatologische Beratung nach einer Straftat. Mehr als 25 000 Stunden waren die Opferhelfer im vorigen Jahr im Einsatz.

„Wir verstehen uns als Helfer, als Kümmerer, als Lotsen“, sagte Döring. Der Weisse Ring helfe etwa Opfern von Vergewaltigungen, die nicht bei der Polizei angezeigt wurden. Vor dem Hintergrund des Falls Edathy unterstützte der frühere Justizminister Überlegungen, den Begriff der Kinderpornografie weiter zu fassen als bisher. Weil viele Opfer traumatisiert seien, bräuchten sie Hilfe in speziellen Trauma-Ambulanzen. Vier solcher Ambulanzen gibt es seit Anfang Februar. Deren Angebote reichten aber noch nicht aus, sagte Döring: „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.“

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erstellt am 27.Feb.2014 | 15:42 Uhr

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