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Wehe, wenn die Brummis kommen

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Büdelsdorf | Die gelben Blinklichter am Horizont verheißen nichts Gutes. "Himmel, das hat uns noch gefehlt", sagt Hauptkommissar Frank Neubauer. Inmitten einer schier endlosen Blechkarawane aus Richtung Norden nähert sich auf der Autobahn 7 ein Schwertransport. Nach fünf Minuten hat er die Kontrollstelle der Polizei an der A-7-Abfahrt Büdelsdorf erreicht.

Neubauer und seine Kollegen haben den Auftrag, keine Fahrzeuge mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht über die marode Rader Hochbrücke zu lassen. Der aus drei Fahrzeugen bestehende Schwertransport muss ausweichen. Er wird den Verkehr auf der Bundesstraße 203 wenig später in ein fast einstündiges Chaos stürzen.

Zehn Polizisten - vier an der Abfahrt Büdelsdorf und sechs am Autobahnkreuz Rendsburg - sorgen derzeit rund um die Uhr dafür, dass keine Laster und Reisebusse über die Rader Hochbrücke fahren können. Werktags wird in drei Schichten gearbeitet, am Wochenende in zwei. Um Ruhe- und Erholungszeiten gewährleisten zu können, wurden für diesen Auftrag knapp 70 Beamte abgestellt. Sie kommen aus Neumünster, Kiel und Rendsburg. Ein großes Kontingent stellt zudem die Autobahnpolizei in Schuby, zu der auch Beamte aus Schleswig und Husum zählen.

Einer von ihnen ist Dirk Jacobsen. Er ist an diesem Abend der erste Kämpfer an der Front und hält Ausschau nach Lkw-Fahrern, die durchbrechen wollen, um sich den Umweg über Eckernförde oder durch den Kanaltunnel zu ersparen. Seine Schicht begann um 20.30 Uhr und endet acht Stunden später.

Aufmerksamkeit ist gefordert, denn einige Fahrer arbeiten mit allen Tricks. Mitte vergangener Woche schalteten mehrere Brummi-Kapitäne nachts einen Großteil ihrer Frontbeleuchtung ab, als sie auf die Kontrollstelle zufuhren. Lediglich die kleinen Leuchten in der Stoßstange ließen sie an und sahen damit aus der Ferne wie Autos aus. Eines dieser Gespanne brachte Jacobsen erst zwei Meter vor der Polizeikelle zum Stehen. Kollege Neubauer kann es kaum fassen: "Die legen es wirklich darauf an, aber hier kommt keiner durch."

Jacobsen ist froh, die Nachtschicht abbekommen zu haben. Während der heißen Tage der vergangenen Woche war der Arbeitsplatz Autobahn tagsüber kaum zu ertragen. Zwar haben sich die Beamten Sonnenschirme aufgestellt, doch da der Asphalt die Hitze reflektiert, nützen diese wenig.

Zurück zum Schwertransport. Er verlässt die Autobahn und quält sich die Steigung zum Kreisverkehr herauf, der die A-7-Abfahrt mit der B 203 verknüpft. "Das wird sehr eng", fürchtet Neubauer und behält Recht. Das erste der drei jeweils 46 Meter langen und mit den Flügeln von Windkrafträdern beladenen Gespanne fährt sich prompt fest. Die Zugmaschine steht in den Rabatten. Minutenlang geht es weder vor noch zurück. Nach einer Viertelstunde weiß sich der Lasterfahrer nicht mehr anders zu helfen, als beherzt aufs Gaspedal zu treten. Die Grasnarbe spritzt empor, das Führerhaus gerät bedenklich in Schwanken, aber mit einem kräftigen Ruck kommt der Transporter endlich frei.

Frank Neubauer mag unterdessen gar nicht daran denken, was alles hätte passieren können, wenn dieser Koloss über die Rader Hochbrücke gefahren wäre. Er selbst hat noch vor 14 Tagen einen Schwertransport über die Brücke begleitet. 160 Tonnen wog das Gespann. Neubauer: "Damit hätten wir durchbrechen und in den Kanal stürzen können." Sein Kollege Jacobsen sieht es mit einem Anflug von Galgenhumor. "Dann wären aber nicht mehr wir zuständig gewesen, sondern die Kollegen von der Wasserschutzpolizei."

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erstellt am 06.Aug.2013 | 01:14 Uhr

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