Kaltenkirchen : Warnstreik: Zugausfälle bei der AKN

Die Lokomotivführer der AKN legten am Freitagmorgen ihre Arbeit nieder. Auf einigen Strecken kam es zu Ausfällen. Pendler mussten auf Ersatzbusse ausweichen.

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27. Juni 2014, 07:08 Uhr

Kaltenkirchen | Ein Warnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der AKN-Eisenbahn hat am Freitagmorgen im Norden Hamburgs bei den Pendlern für Probleme gesorgt. Viele Züge fielen für sechseinhalb Stunden aus. Sie wurden teilweise durch Busse ersetzt.

Die Lokführer-Gewerkschaft zeigte sich mit dem Ergebnis des Arbeitskampfes zufrieden, sagte der Vorsitzende des GDL-Bezirks Nord, Hartmut Petersen. Der Bundesvorsitzende der GDL, Claus Weselsky, und AKN-Vorstand Wolfgang Seyb vereinbarten bei einem Gespräch am Rande des Streiks ein weiteres Treffen für den 2. Juli. „Bis dahin wird es bei der AKN keine Streiks geben“, versprach Petersen.

Die GDL wollte mit dem Warnstreik ihrer Forderung nach Einführung eines Flächentarifvertrages bei der der AKN (Eisenbahn Altona-Kaltenkirchen-Neunmünster) Nachdruck verleihen. Das Unternehmen habe trotz Kompromissvorschlägen der Gewerkschaft eine Anwendung des Flächentarifvertrages bislang abgelehnt, sagte Petersen. Die entsprechenden Tarifverhandlungen seien am 27. März unterbrochen worden. Rund 80 Prozent der AKN-Lokführer seien bei der GDL organisiert.

Laut AKN waren von dem Arbeitskampf rund 50 der 180 Verbindungen betroffen. Nach Angaben der Gewerkschaft fielen am Freitag rund die Hälfte der Züge aus. So fuhren auf der Strecke A3 zwischen Ulzburg-Süd und Elmshorn keine Züge. Sie wurden teilweise durch Busse ersetzt, sagte AKN-Sprecherin Marion Saß. Auf den Linien A1 Neumünster-Hamburg/Eidelstedt und A2 Ulzburg-Süd-Norderstedt-Mitte wurden einzelne Züge ersatzlos gestrichen. Es galt ein Notfahrplan. „Dadurch, dass wir vorab informieren konnten, hielten sich die Anfragen heute morgen im Rahmen“, sagte AKN-Sprecherin Saß zu Kundenreaktionen.  Nach Ende des Streiks gegen 10.00 Uhr dauerte es nach AKN-Angaben mehrere Stunden, bis die Züge wieder planmäßig fuhren.

Nach Angaben der GDL gilt der Flächentarifvertrag bereits für 97 Prozent aller Lokomotivführer in Deutschland. Die AKN habe jedoch trotz Kompromissvorschlägen der GDL die Einführung des Flächentarifvertrages abgelehnt. Die Verhandlungen hierüber seien schon im März unterbrochen worden, sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert am Donnerstag. Der Warnstreik war für den Zeitraum zwischen 3.30 Uhr und 10.00 Uhr angesetzt worden.

Die AKN hatte sich vom Warnstreik überrascht gezeigt und ihn kritisiert: „Wir haben der GDL fristgerecht auf ihr Schreiben von 20. Juni 2014 geantwortet, ein angepasstes Angebot abgegeben und die Weiterführung der Verhandlungen vorgeschlagen. Dass die GDL trotzdem zum Streik aufruft, ist für uns nicht nachvollziehbar“, hieß es in einer Stellungnahme von AKN-Vorstand Wolfgang Seyb.

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