Metal-Festival : Wacken Open Air: Nach Klage bricht Sturm der Entrüstung los

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07. Januar 2013, 01:14 Uhr

Wacken/Flensburg | Der Sturm der Entrüstung auf die Klage ist - gefühlt - ebenso laut wie das Wacken Open Air: " ... ich kann mich nicht beschweren, und das würden nicht mal die Menschen aus dem Altenheim hier tun", schreibt Meike B. auf der shz.de-Facebookseite. Hintergrund: Weil sie sich durch den Lärm belästigt fühlt, zieht eine Frau aus Wacken gegen das weltgrößte Metalfestival vor Gericht (wir berichteten). "Das wäre ja so, als würde eine Berlinerin gegen die Loveparade klagen", meint im selben Forum ein Rufus Elias Florian M.

Doch was sagen andere Einwohner in Wacken? Das Dorf im Kreis Steinburg ist weltweit bekannt für das musikalische Höllenspektakel. Das Wacken Open Air (WOA), das in diesem Sommer zum 24. im 1800-Seelen-Dorf starten soll, zog zuletzt 75000 Fans aus aller Welt an. Von den Einwohnern wird die WOA-Zeit daher auch als fünfte Jahreszeit bezeichnet.

Zu allen anderen Jahreszeiten ist es allerdings sehr ruhig in dem ländlichen Ort. Gerda Schmedtje wohnt seit 40 Jahren in Wacken. "Meine Kinder und Enkelkinder gehen jedes Jahr zum Festival", sagt die 71-Jährige. "Ich bin selbst musikalisch, und auch wenn es bei der Veranstaltung nicht meine Musik ist - schlimm finde ich das überhaupt nicht." Gerda Schmedtje glaubt, dass nur sehr wenige in ihrem Dorf Probleme mit dem Lärm haben und gegen das Festival seien. Birge Franßen spielt Saxophon bei den Firefighters, der Feuerwehr-Blaskapelle, die jährlich auf dem Open Air spielt. Die Klage kann die Justizangestellte nicht nachvollziehen: "Wenn jemand sich an dem Lärm stört, dann soll er doch zu der Zeit in den Urlaub fahren."

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