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Vorzeige-Stadtteil der Zukunft: Die Hafencity wächst weiter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2014 | 17:51 Uhr

Und ewig dreht sich der Baukran über der Hamburger HafenCity: Auch 2014 werde es zwischen Kehrwieder und Elbbrücken jede Menge Bewegung geben, versprach HafenCity-Chef Jürgen Bruns-Berentelg gestern bei seinem Ausblick auf die kommenden zwölf Monate. „Es entsteht eine neue Dynamik mit vielen neuen Baustellen und einem Investitionsvolumen von 650 Millionen Euro.“ In Bau gehen insgesamt 180 000 Quadratmeter Geschossfläche – das Anderthalbfache der Elbphilharmonie.

Zu den bemerkenswerten Vorhaben zählen unter anderem die Wasserhäuser im Baakenhafen. Im größten Hafenbecken der HafenCity beginnt zugleich die Aufschüttung der Park- und Freizeitinsel. Auch machen sich die Handwerker an den Bau gleich dreier großer Firmenzentralen: für das Mineralölunternehmen Marquard & Bahls, den Duty-Free-Branchenführer Gebr. Heinemann sowie den Edel-Makler Engel & Völkers. Letzterer zieht in einen 55 Meter hohen Büro- und Wohnturm nahe dem Strandkai, der als letzter Abschnitt der westlichen HafenCity nun ebenfalls bebaut wird. Noch höher hinaus geht es im „Intelligent Quarter“ am Magdeburger Hafen, wo ein 70-Meter-Tower für Wohnungen und Büros entsteht.

Anderes wird 2014 fertiggestellt und bezogen. So eröffnet nach mehrmaliger Verschiebung im April die HafenCity-Universität im Elbtorquartier. In der europaweit einzigartigen Hochschule für Baukunst und Metropolenentwicklung lernen 2000 Studenten, die den Stadtteil verjüngen werden.

Stichwort jung. Die HafenCity ist nach Angaben der Stadtplaner keineswegs Bürowüste und Wohnort betuchter Singles, sondern zusehends auch Heimat von Familien. Der Anteil der Haushalte mit Kindern ist auf 14,5 Prozent geklettert – mehr als in Eimsbüttel. Entsprechend sehen die Planungen den Bau weiterer Kitas und Schulen vor.

Der Vorzeige-Stadtteil werde 2014 zudem kultureller, versprechen die Macher. In den nächsten Monaten soll feststehen, welches Konzept sich für die Kreativnutzung ehemaliger Lagerhallen im Quartier Oberhafen durchsetzt. Für das Baakenhöft an der Spitze des Baakenhafens beginnt die Ausschreibung als Kultur- und Veranstaltungsort. Allerdings befristet auf zehn Jahre. Denn dort, so Bruns-Berentelg, könnte in ferner Zukunft doch noch einmal das Parlament eines Nordstaates vor Anker gehen.

Zum Knackpunkt in diesem Jahr wird aber das Schicksal des südlichen Überseequartiers. Die Entwicklung des prominent gelegenen Areals im Herzen der HafenCity war in der Finanzkrise ins Stocken geraten. Laut Bruns-Berentelg laufen Gespräche mit hochkarätigen internationalen Investoren, die ihr Interesse bekundet haben. Noch in diesem Jahr wolle die Stadt den Zuschlag einem der Bewerber erteilen. „Auf diesen wartet eine komplizierte Aufgabe“, sagt der HafenCity-Chef, der die Investitionssumme für das südliche Überseequartier auf eine drei Viertel Milliarde Euro taxiert. Dort sollen große Einzelhandelsflächen entstehen, aber eben kein geschlossenes Shopping-Center. Die Gebäude sollen ein gemeinsames Dach erhalten, das Kunden und Flaneure vor den Unbilden des Hamburger Wetters schützt. Zugleich soll dort auf Wunsch des SPD-Senats aber auch ein nennenswerter Anteil an Wohnungen entstehen. Und: Der Investor soll ein neues Kreuzfahrtterminal errichten.

Dagegen ist der große Traum vom spektakulären Science Center im Überseequartier ausgeträumt. 2009 hatte der niederländische Stararchitekt Rem Kohlhaas für den Standort neben dem Kreuzfahrtterminal einen 70 Meter hohen, in der Mitte offenen Bau für eine populärwissenschaftliche Erlebniswelt entworfen. Doch für das auf 200 Millionen Euro geschätzte Projekt findet sich kein Geldgeber. Was statt dessen in allerbester Elblage entstehen soll, verriet der HafenCity-Chef nicht.

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