Vorentscheidung für Reimer Böge

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19. Januar 2013, 01:14 Uhr

Kiel | Die Vorentscheidung über den neuen Landesvorsitzenden der Nord-CDU läuft auf den bisherigen Parteivize Reimar Böge hinaus. In Parteikreisen verstärken sich zusehends die Hinweise, dass Böge einziger Bewerber für den Posten des Landesvorsitzenden sein wird. Bislang war als Kandidat auch der stellvertretende Landesvorsitzende Ingbert Liebing im Gespräch. Am Donnerstag endet die Bewerbungsfrist für mögliche Kandidaten. Noch am selben Abend will der Landesvorstand in Kiel über die Personalie beraten, die Wahl des neuen Landeschefs erfolgt auf einem Parteitag am 16. März. Böge selbst wollte sich gestern auf Anfrage nicht äußern.

Der ehemalige Landesvorsitzende Jost de Jager, der erst Ende November im Amt bestätigt wurde, war vergangene Woche enttäuscht vom mangelnden Rückhalt in der Partei zurückgetreten. Der 47-Jährige stand nur eineinhalb Jahre an der Spitze der Nord-CDU.

Eine Kandidatur des hoch angesehenen Europapolitikers Böge würde von einflussreichen Christdemokraten unterstützt werden. Landtagspräsident Klaus Schlie hatte bereits in der vergangenen Woche betont, der 61-Jährige könnte den Landesverband seiner Ansicht nach sehr gut führen. Böge selbst hatte eine eigene Kandidatur am Rande einer Krisensitzung der Union in der vergangenen Woche nach einem ursprünglichen Nein nicht mehr ausgeschlossen. Nach der Sitzung hatte er angekündigt, in den folgenden Tagen viele vertrauliche Gespräche mit möglichen Kandidaten führen zu wollen. Den Informationen zufolge sind sich der 49 Jahre alte Bundestagsabgeordnete Liebing und Böge bei ihrem Gespräch einig über die Kandidatur geworden. Im Falle eines Duells beider Kandidaten wäre er wahrscheinlich aber ohnehin der Favorit gewesen. Allerdings hatte sich der Kreisvorstand in Dithmarschen einstimmig für Liebing, den Vorsitzenden der CDU-Kommunalpolitiker im Norden, ausgesprochen.

Der zurückgetretene Landeschef de Jager hatte den Posten erst 2011 von Christian von Boetticher übernommen, der über eine frühere Beziehung zu einer Minderjährigen gestürzt war. Als Spitzenkandidat zur Landtagswahl im Mai 2012 hatte er das Ziel verfehlt, Ministerpräsident zu werden. Die CDU musste in die Opposition und sucht in dieser neuen Rolle immer noch ihr Profil.

Nach de Jagers Rücktritt muss die Nord-CDU binnen weniger Jahre schon zum dritten Mal einen neuen Vorsitzenden wählen. Nach Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen kam 2010 von Boetticher und nach dessen Sturz 2011 de Jager.

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