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Vollsperrung nicht ausgeschlossen

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Borgstedt/Kiel | Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer ist zurzeit Stammgast unter der Rader Autobahnbrücke. Dort werden die maroden Stützpfeiler inzwischen zeitgleich nördlich und südlich des Kanals saniert. "Unser Ziel ist es, die Brücke durch die Sanierung in einen Zustand zu versetzen, der einer 40 Jahre alten Brücke entspricht", sagte der Minister. Danach soll das gewaltige Bauwerk über dem Nord-Ostsee-Kanal wieder für den Verkehr und auch für Schwerlast-Transporte, freigegeben werden können.

Bei einer Veranstaltung in Rendsburg hatte Verkehrs-Staatssekretär Frank Nägele darüber gesprochen, dass die Statiker nach der Ent deckung der Schäden keine Freigabe für die Brücke, sondern einen "völlige Sperrung" empfohlen hätten.

Daraus zu schließen, dass eine akute Gefährdung oder gar Einsturzgefahr bestanden habe, sei nicht richtig, sagte der Minister gestern. Die Statiker hätten in ihrer Verantwortung gehandelt. "Im Vordergrund steht ohne Einschränkungen immer die Sicherheit", betonte der Minister, "aber es gibt auch eine Verantwortung für den Verkehr." Darum habe man nach der Diagnose der Experten im Gespräch ausgelotet, unter welchen Bedingungen eine eingeschränkte Nutzung der Brücke zu verantworten sei.

"So sind wir auf die Entlastung durch die Lastwagen und auf die Einschränkung auf zwei Spuren gekommen. Hätte es auch nur den geringsten Zweifel daran gegeben, wäre die Brücke natürlich sofort gesperrt worden", sagte Meyer. Zu den weiteren Auflagen der Statiker gehört unter anderem auch die tägliche Kontrolle der Pfeiler der Rader Hochbrücke.

Unterdessen verwies die Gewerkschaft der Polizei auf die "enorme personelle Belastung" ihrer Kolleginnen und Kollegen. Wenn Arbeits- und Gesundheitsvorschriften für die eingesetzten Beamten nicht auf andere Weise eingehalten werden könnten, solle gegebenenfalls auch über eine Vollsperrung der Hochbrücke im Zuge der A 7 nachgedacht werden, erklärten die Vorsitzenden der GdP-Regionalgruppen Mitte und Schleswig-Flensburg, Torsten Jäger und Michael Carstensen.

Seit der Sperrung der Brücke vor zwei Wochen seien Beamte rund um die Uhr eingesetzt, um Kontroll- und Verkehrsableitungspunkte an der Autobahn zu besetzen, berichtete die GdP. "Dies könnte über Monate bis zu 100 Polizeibeamte an die Autobahn binden!"

Auslöser für den Polizeieinsatz war die Beobachtung, dass die angeordnete Sperrung der Brücke für Lkw mit einem Gesamtgewicht von über 7,5 Tonnen nicht befolgt worden sei. Selbst die den Verkehr regelnden Polizisten würden von zahlreichen Brummi-Fahrern nur "widerwillig akzeptiert". Dabei bedeute jeder Laster, der die Brücke im jetzigen Zustand überquere, eine"riesige Gefahr" - und ziehe womöglich eine Vollsperrung der Hauptverkehrsachse nach sich. Zugleich wies die GdP darauf hin, dass andere polizeiliche Aufgaben wegen des Einsatzes im Umfeld der Rader Hochbrücke nicht mehr oder nur noch eingeschränkt erledigt werden können. Dies gelte für Geschwindigkeitskontrollen oder auch die Alkohol- und Drogenüberwachung. Damit bringe "eine ganz normale polizeiliche Aufgabe, die immer passieren kann", die Landespolizei in angesichts des schon jetzt nicht ausreichenden Personalbestandes in erhebliche Schwierigkeiten. Die Polizeigewerkschaft appellierte an Innenminister Andreas Breitner, seine Pläne zu Abbau von Personalstellen bei der Landespolizei aufzugeben. Dies sei eine "falsche Entscheidung" der Landesregierung.

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erstellt am 09.Aug.2013 | 03:14 Uhr

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