zur Navigation springen

Verwirrung um A 7-Ausbau – aber keine Verzögerung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Planungsgesellschaft von Bund und Ländern für Fernstraßen, Deges, hat Spekulationen über eine Verzögerung des A7-Ausbaus zwischen Hamburg und dem Bordesholmer Dreieck zurückgewiesen. „Ich bin im Gegenteil stolz darauf, dass der Ablaufplan beim Vergabeverfahren vollständig eingehalten worden ist“, sagt Bernd Rothe, technischer Prokurist und Regionalbeauftragter der Deges für Norddeutschland. Als ebenso positiv bewertet er, „dass unterlegene Bieter kein Vergabeprüfverfahren angestrengt haben – das hätte ein halbes Jahr Zeitverlust bedeuten können.“

In einem Schreiben des Kreises Segeberg an Städte und Gemeinden war zuvor von „Verzögerungen bei der Auswahl des Bauträgers“ die Rede gewesen. Eine Sachbearbeiterin aus dem Fachdienst Kreisplanung hatte damit die Verlegung einer Informationsveranstaltung zum A 7-Ausbau am 27. August in Kaltenkirchen begründet. Wie die Segeberger Verwaltung zu ihren Erkenntnissen kommt, blieb gestern unklar. Bereits um kurz nach 12 Uhr war im dortigen Kreishaus niemand mehr für eine Stellungnahme erreichbar.

Im Kieler Verkehrsministerium sieht man ebenso wenig wie bei der Deges eine neue Lage. Deren Norddeutschland-Koordinator Rothe erläutert: Am 23. Juni habe sein Haus der Hochtief-Tochter Via Solutions den Zuschlag für die Verbreiterung der Autobahn von vier auf sechs Spuren erteilt – rechtzeitig vor Ablauf der dafür gesetzten Frist bis Ende Juni. Das Unternehmen war aus vier Interessenten als kostengünstigstes ausgewählt worden. Bis zum 26. August müsse Via Solutions nun nachweisen, dass die Projektfinanzierung stehe, schildert Rothe. Erst dann komme der Vertrag über das Projekt komplett zustande. Diesen Vorbehalt und diesen Termin habe es von Anfang an gegeben.

Deges-Sprecherin Etta Weiner erklärt die Verwirrung um den Beginn der Arbeiten damit, „dass oft der Projektstart mit dem Baustart verwechselt wird“. Der Projektbeginn bedeute jedoch nicht, dass Bagger und Schaufeln sichtbar seien – sondern nur, dass das Bau-Konsortium mit der konkreten Ausführungsplanung beginne. Komplizierte statische Berechnungen und Ablaufpläne etwa stelle eine Firma erst an, wenn sie einen Auftrag sicher habe. Ein Datum, wann die Baumaschinen loslegen, sehen die Verträge laut Deges gar nicht vor. Fixiert seien darin nur der 1. September als Projektbeginn – und der 31. Dezember 2018 als Termin, bis zu dem spätestens die Autobahn auf schleswig-holsteinischem Gebiet fertig sein muss. „Wartet das Konsortium anfangs noch ein bisschen mit den Baumaschinen, um die Planung zu vertiefen und sich mit Subunternehmern zu koordinieren, muss das ja für das Ergebnis nicht schlecht sein“, gibt Rothe zu bedenken. Weil also Details zum Ablauf von der Feinplanung des Bauunternehmens abhingen, so Rothe, sei es besser, die Informationsveranstaltung für die Kommunen im Kreis Segeberg einige Wochen zu verschieben.

Der erste sichtbare Schritt des A7-Projekts besteht laut Deges darin, dass die vorhandenen Fahrbahnen provisorisch so verbreitert werden, dass auf jeweils einer davon während der späteren Hauptbauarbeiten der Verkehr vierspurig geführt werden kann. Damit rechnet Rothe frühestens im Oktober, spätestens im Dezember. Die Hauptbauarbeiten werden seiner Einschätzung nach frühestens im Januar, möglicherweise aber auch erst im März 2015, anfangen. Da dabei zunächst Aufbrüche im Vordergrund stünden, müsse es dafür nicht allzu mild sein.

Mehr Klarheit herrscht darüber, wo dereinst die Arbeiten eingeleitet werden: der erste Bauabschnitt erstreckt sich zwischen dem Bordesholmer Dreieck und der Ausfahrt Neumünster-Süd.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Aug.2014 | 15:20 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert