Versicherte nehmen neue Gesundheitskarte gut an

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05. Januar 2013, 01:14 Uhr

Kiel | Die AOK Nordwest in Kiel hat ihr gesetztes Ziel erreicht: Bis zum Jahreswechsel verschickte die Kasse insgesamt 2,3 Millionen elektronische Gesundheitskarten (eGK) an die Versicherten. "Damit wurden bereits 82 Prozent der Kunden mit der neuen Karte ausgestattet und gleichzeitig die gesetzliche Vorgabe von 70 Prozent - das entspricht 1,96 Millionen Versicherte - deutlich überschritten", erklärt Dieter Paffrath, stellvertretender AOK-Vorstandsvorsitzender gestern in Kiel. Bis spätestens Ende 2013 sollen schrittweise alle 2,8 Millionen AOK-Versicherten im Norden die Chipkarte mit Foto erhalten. Ein wesentlicher Grund für die überraschend schnelle Verbreitung der Karte war offenbar das kundenfreundlich Verfahren bei der Anfertigung der Fotos und beim digitalen Versand des Lichtbildes an die AOK-Zentrale. So konnten in allen Filialen der Kasse zwischen Nord- und Ostsee an eigens eingerichteten Fototerminals die Bilder geschossen und hochgeladen werden.

Zuvor hatten schon DAK, Techniker-Krankenkasse und Barmer GEK gemeldet, dass sie 70 Prozent ihrer Mitglieder mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) ausgestattet und damit die gesetzlich vorgeschriebene Ausgabequote zum Jahresende 2012 erreicht haben. Probleme soll es noch bei kleinen Kassen geben. Ihnen droht eine Deckelung der Verwaltungskosten: Wer die Quote von 70 Prozent nicht schafft, darf seine Verwaltungskosten 2013 nicht erhöhen.

Die elektronische Gesundheitskarte sollte eigentlich schon 2006 die alte Krankenversicherungskarte ersetzen. Die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) ging von Kosten in der Höhe von 700 Millionen Euro aus. Inzwischen schwanken die Schätzungen zwischen fünf und zehn Milliarden Euro.

Bis heute ist die Kritik an der neuen elektronischen Gesundheitskarte nicht abgerissen. Sie sei nicht sicher gegen Datenmissbrauch, könne noch auf Jahre nicht mehr als die herkömmliche Karte. Auf dem Chip, den die Gesundheitskarte enthält, werden vorerst nur Name, Adresse, Geschlecht, Geburtsdatum und Versichertennummer gespeichert. Neu ist nur das Foto des Versicherten, das Missbrauch verhindern soll. Geplant ist, dass auf der Karte Notfalldaten für die schnelle ärztliche Hilfe gepeichert werden, die über Allergien, Vorerkrankungen oder Arzneiunverträglichkeiten informieren.

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