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Vermisster Rentner: Ehepaar festgenommen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2013 | 00:33 Uhr

Im Fall des seit rund einer Woche vermissten Rentners aus Kiel hat die Polizei zwei Verdächtige ermittelt. „Ein 45-Jähriger und seine 50 Jahre alte Ehefrau wurden vorläufig festgenommen“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß.

Mit einem Trick sind die Ermittler der Kieler Mordkommission dem Pärchen, das mutmaßlich für das Verschwinden von Klaus-Heinrich Just (82) verantwortlich ist, auf die Spur gekommen: Anstatt die EC-Karte des Rentners, mit der bereits 2000 Euro abgehoben wurden, zu sperren, entschieden sich die Beamten dagegen. Ein Schachzug, der aufging.

„An einem Bankautomaten in Burglengenfeld in der Nähe von Regensburg ist es am Montag und Dienstag zu weiteren Einsätzen der EC-Karte gekommen“, so die Oberstaatsanwältin.

Noch einmal wurden 1000 Euro abgehoben – wieder von einem Mann, vermummt mit einem Uvex-Motorradhelm. Und wieder trug er gelbe Arbeitshandschuhe, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. Trotzdem erfuhren die Ermittler offenbar mehr über ihn. „Bei den Bankabbuchungen hat der Festgenommene seinen Pkw der Marke VW Golf GTI in schwarz mit auffälligen roten Felgen genutzt. Das Kennzeichen lautet KI – EI  99“, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Wurde bei den letzten Abhebungen nicht nur der Vermummte, sondern auch sein Auto von Überwachungskameras gefilmt oder von Zeugen beobachtet? Die Ermittler schweigen, sagen zum Grund der Festnahme nur: „Intensive Ermittlungen im persönlichen Umfeld des verschwundenen Rentners haben uns auf die Spur der Festgenommenen geführt.“ Das spricht dafür, dass das Pärchen zum Freundes- oder Bekanntenkreis zählen dürfte. Kampf- und Einbruchsspuren gab es nicht.

Der Mann und seine Ehefrau sollen in Kiel festgenommen worden sein. Damit ist sehr wahrscheinlich, dass die Fahrten zu Geldautomaten in Sachsen-Anhalt und zuletzt nach Bayern dazu dienen sollten, falsche Fährten zu legen. Beide Verdächtige wurden gestern von Beamten der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft vernommen. „Es wird geprüft, ob die beiden dem zuständigen Ermittlungsrichter am Amtsgericht Kiel vorgeführt werden“, sagte Oberstaatsanwältin Birgit Heß.

Ein Geständnis sollen die beiden nach Informationen unserer Zeitung noch nicht abgelegt haben. Gestern suchten Beamte der Spurensicherung erneut das Haus des Rentners auf – mit einem Leichenspürhund, der in der Garage anschlug. Der Helm und die blau-schwarzen Jacke des Vermummten haben die Beamten bei dem Pärchen nicht entdeckt, ob das abgehobene Geld gefunden worden ist, ist unklar.

Von dem vermissten Klaus-Heinrich Just (Foto) fehlt trotz Suche noch immer jede Spur. „Deshalb bitten wir die Bevölkerung weiter um Mithilfe“, sagt Polizeisprecher Bernd Triphahn. Die Ermittler wollen auch wissen, ob jemandem der Vermummte oder sein auffälliger Golf GTI aufgefallen ist. Möglicherweise sogar am vergangenen Freitagnachmittag vor dem Haus des Rentners in der Straße Wippen im Kieler Stadtteil Suchsdorf.

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