zur Navigation springen

Verdacht auf Tierquälerei: Polizei räumt Reiterhof

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 12:43 Uhr

Fassungslosigkeit beim Reit- und Fahrverein Brekendorf: Die Staatsanwaltschaft Kiel hat alle Pferde vom Hof des Vereins im Kreis Rendsburg-Eckernförde beschlagnahmt. 57 Tiere wurden an einen geheimen Ort gebracht. Der Vorwurf lautet Tierquälerei. Der Vorstand und die Mitglieder bestreiten das vehement. Sie sehen in der Aktion einen Akt der Willkür.

Mehrere Polizeiwagen, zwei Turnierpferdetransporter und zwei Autos mit Pferdeanhängern fuhren am Donnerstag unangekündigt auf den Hof. „Es waren mindestens 20 Polizisten dabei“, berichtet Arno Krause, Vorsitzender des Reitvereins. Was dann folgte, macht die Mitglieder ebenso wütend wie traurig: Die Tiere wurden verladen und abtransportiert. „Die Pferde wurden zum Teil mit Gewalt auf die Anhänger gedrückt“, sagt Saskia Böcking. „Niemand durfte mehr zu den Pferden. Wir haben nur noch geweint“, beschreibt sie die Situation.

Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer bestätigte gestern unserer Zeitung: „Es besteht der Verdacht von Vergehen nach dem Tierschutzgesetz.“ Demnach sollen den Pferden „länger anhaltende Leiden“ zugefügt worden sein. Ihm zufolge seien etliche Tiere stark abgemagert.

„Ich möchte wissen, woher die Staatsanwaltschaft diesen Verdacht nimmt. Alle Pferde sind wohlgenährt“, sagt Saskia Böcking. Laut Manfred Schulze-Ziffer liegen dem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichtes Kiel Bürgeranzeigen und Kontrollergebnisse des Veterinäramtes zugrunde. „Die Pferde sind in amtlicher Obhut und werden nun veterinärmedizinisch untersucht“, so der Oberstaatsanwalt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert