Verbraucherzentrale bekommt mehr Geld

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12. Januar 2013, 01:14 Uhr

kiel | Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH) muss ihre Beratungstätigkeit doch nicht ausdünnen. Die Landesregierung hat ihre institutionelle Förderung bei den abschließenden Haushaltsberatungen für 2013 um 40 000 Euro erhöht. Das teilte Wirtschafts-Staatssekretär Ralph Müller-Beck mit. "Wir haben in den vergangenen Wochen sehr intensiv verhandelt und uns ein genaues Bild gemacht", sagte der SPD-Politiker. Er hoffe, dass die Entscheidung von den Kommunen als Signal verstanden werde, sich auch ihrer finanziellen Verantwortung für die Verbraucherberatung zu stellen. Durch den erhöhten Mittelfluss werde insbesondere die drohende Schließung der Beratungsstelle in Heide vermieden, sagte VZSH-Geschäftsführer Stefan Bock. Die VZSH unterhält außerdem Beratungsstellen in Kiel, Lübeck, Flensburg und Norderstedt sowie Schuldnerberatungsstellen in Kaltenkirchen und Bad Segeberg. In Kooperation mit Kommunen bietet sie an 15 Stützpunkten Beratungen zum Energiesparen. Von 2010 auf 2011 wuchs die Nachfrage in diesem Bereich um 30 Prozent. 2011 nahm die VZSH insgesamt 24 600 Fachberatungen. Darunter erfasst sie persönliche Gespräche mit Termin. Daneben erteilte sie 34 000 Kurz-Informationen, oft am Telefon, teils durch Besuche in den Beratungsstellen. Unter Einbeziehung von Begegnungen auf Messen sowie an Vorträgen und Sonderaktionen kam die Einrichtung auf 116 757 Kontakte. Auf ihren Internet-Seiten registrierte sie 2,2 Millionen Seitenzugriffe.

Eine Online-Tätigkeit könne die Beratungsstellen nie ersetzen, betont Bock. Der Berater müsse oft Vertragsunterlagen einsehen können, um zu helfen. Die Zahl der persönlichen Gespräche nehme sogar zu. Grund: "Die Individualisierung der Angebote, etwa bei der Telekommunikation, macht es für die Kunden immer schwieriger, den Durchblick zu behalten."

Mit den zusätzlichen 40 000 Euro steigen die Zuwendungen des Landes an die VZSH auf 739 400 Euro. Von 2009 bis 2011 waren es jeweils 758 000 Euro. Hinzu kommen Gelder der Standort-Städte, die von Heide, Norderstedt und Kiel ebenfalls leicht erhöht werden, sowie Bundesmittel. Um die Jahrtausendwende gab es in Schleswig-Holstein noch 23 Beratungsstellen.

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