zur Navigation springen

Deutsch-Dänischer Krieg : Verblasste Filme und eine App

vom

Die Erinnerung an den Deutsch-Dänischen Krieg vor 150 Jahren begehen die Museen multimedial. Jahrzehntelang unter Verschluss gehaltende Dokumente, ein Film der Brüder Pathé von 1914 und zeitgenössische Fotos werden gezeigt. Und auch eine App wird es geben.

Schleswig | Anlässlich des Gedenkens an den Deutsch-Dänischen Krieg vor 150 Jahren haben das Danewerk Museum bei Schleswig und das Historiecenter Dybbøl Banke in Dänemark eine Geschichts-Applikation für Smartphones erstellt. Mit der App können Nutzer sowohl in Dannewerk als auch in Dybbøl an Original-Schauplätzen Informationen zum Kriegsgeschehen abrufen.

Am Mittwoch wurde die ab April erhältliche App im Danewerk Museum vorgestellt. Ditte Kock, Historikerin aus Dybbøl, erläuterte die Funktionen. Verschiedene Themen wie Schlachten, Gebäude, Soldaten und Hintergrundtexte sollten es dem Nutzer ermöglichen, das Geschehen nachzuvollziehen. „Personen, die es miterlebt haben, kommen zu Wort, etwa der dänische König Christian IX., der sich im Februar 1864 auf Schloss Gottorf aufhielt.“ Der Nutzer begegne auch frierenden Soldaten, einem siegreichen Kämpfer und einem Feldwebel, der den nächsten Angriff befürchtet. Zu sehen sind sowohl zeitgenössische Illustrationen als auch moderne Animationen und Zeichentrick.

Die Applikation wurde neben anderen Projekten von verschiedenen Fonds gefördert. 1,7 Millionen Dänische Kronen entfielen auf Projekte in Dannewerk, sagte Museumsleiter Nis Hardt. Im Museum öffnete zudem die Ausstellung „Eine Woche am Danewerk“ zur ersten Kriegswoche 1864. Am 5. Februar 1864 hatten 40.000 dänische Soldaten die Anlagen am uralten Grenzwall Danewerk geräumt.

Auch das Stadtmuseum in Schleswig erinnert an den Deutsch-Dänischen Krieg und vor allem das Gedenken zum 50. Jahrestag. In der Ausstellung „50 Jahre nach Düppel - Schleswig am Vorabend des Ersten Weltkrieges“ ist eines der ältesten Filmdokumente Schleswig-Holsteins nach Jahrzehnten erstmals wieder zu sehen. Die 1914 von den französischen Brüdern Pathé im Auftrag der Stadt gedrehten Aufnahmen zeigen die „Befreiungsfeier“, die 50 Jahre nach dem Krieg begangen wurde. Die Schleswiger waren von der Stadt zuvor aufgefordert worden, ihre Häuser festlich zu schmücken, Privatquartiere für Gäste bereitzuhalten, die Häuser zu illuminieren und Schaufenster zu dekorieren.

Gezeigt werden außerdem Aufnahmen des Fotografen Charles Junod, der die österreichischen Truppen im Krieg begleitete und das verlassene Danewerk im Februar 1864 fotografierte: schneebedeckte Schanzen und erbeutete dänische Kanonen.

zur Startseite

von
erstellt am 05.Feb.2014 | 17:35 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen