Akw Brunsbüttel : Vattenfall sucht nach Rostfässern mit Atommüll

Werksleiter Knut Frisch (r.) demonstriert auf den Kavernen im Kernkraftwerk Brunsbüttel einen Hebemechanismus für die hier lagernden Fässer.
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Werksleiter Knut Frisch (r.) demonstriert auf den Kavernen im Kernkraftwerk Brunsbüttel einen Hebemechanismus für die hier lagernden Fässer.

Wie viele Rostfässer mit radioaktivem Abfall lagern noch in Brunsbüttel? Vattelfall will jetzt auch in Kaverne 5 suchen – 27 Fässer lagern dort.

shz.de von
18. Juni 2014, 17:08 Uhr

Brunsbüttel | Im stillgelegten Atomkraftwerk Brunsbüttel geht die Suche nach rostigen Fässern mit radioaktivem Abfall weiter. Betreiber Vattenfall kündigte am Mittwoch an, die Inspektionen in den unterirdischen Depots mit Hilfe einer eigens dafür entwickelten Spezialkamera würden am Donnerstag fortgesetzt. Dort lagern insgesamt 631 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Material. Die Inspektion der Kaverne 4 hatte Anfang des Jahres ergeben, dass 18 von 70 Fässern von Rost befallen sind, einige davon stark. Ein 1,10 Meter starker Betondeckel verhindere, dass Strahlung nach außen dringt.

Die Inspektionen gehen nun in Kaverne 5 weiter. Dafür sind zwei bis drei Wochen angesetzt. Dort lagern 27 Fässer. Die Kavernen waren zur Inbetriebnahme des Kraftwerks 1977 nicht für längerfristige Aufbewahrungen vorgesehen. Die Fässer sollten in ein bundesweites Endlager nach Schacht Konrad in Niedersachsen, das bis Ende der 90er Jahre fertig sein sollte. Das Bundesumweltministerium rechnet nun mit einer Inbetriebnahme zwischen 2021 und 2025. Die Inspektion aller Kavernen in Brunsbüttel soll in einigen Monaten beendet werden. Es ist vorgesehen, den Inhalt der Fässer in Spezialbehälter umzufüllen, die zur Endlagerung zugelassen sind. Bis sie in Schacht Konrad aufgenommen werden können, sollen sie in Brunsbüttel bleiben.

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